Fotografie im Senegal

Martine Nostron

Copyright Goethe Institut, Photo: Angelika Prox-Dampha
Copyright Goethe Institut, Photo: Angelika Prox-Dampha
„Autour de la photographie“ stellte diesen Monat die Werke von Martine Nostron in den Mittelpunkt. In ihrer Ausstellung präsentierte die Künstlerin dabei zwei verschiedene Methoden der Fotografie: Zum einen analoge, nach dem Entwickeln übermalte Fotos und zum anderen digitale Fotos, die sie mithilfe von Photoshop überarbeitet hatte.

Copyright Goethe-Institut, Senegal; Photo: Angelika Prox-DamphaDie Fotografien, die mit Hilfe von Malerei verändert wurden, waren unter dem vielsagenden Thema Die Stadt Dakar, „meine Stadt von früher“ zusammengefasst. Im Rahmen dieses ersten Teils der Ausstellung zeigte Martine Nostron Klischees, die sie erst fotografiert und dann durch Acrylmalerei im Format 10x15 nachempfunden hatte. Diese Werke entstanden vor etwa drei Jahren. Durch alle Werke hindurch zieht sich unmerklich die Hauptidee der Künstlerin, eine allgemeine Darstellung einer afrikanischen Stadt zu schaffen, eine Darstellung, die jedoch auch alles aufgreift, was sich in dieser Stadt bewegt, von den Menschen über die Geschichte bis hin zum Glauben. So hat Martine Bilder von Alltagsgegenständen mit Sinn aufgeladen, ihnen ihr wesentliches „Innenleben“ zurückgegeben.

Die Bilder zeigten Banales wie Figuren und Tongefäße, versinnbildlichen jedoch größere Begriffe wie das Haus, das Leben, den Denker, das Spirituelle, die Träumer der afrikanischen Städte im Allgemeinen und besonders der Stadt Dakar. Die Künstlerin hatte im Vorfeld der Ausstellung ausdrücklich darauf bestanden, dass diese Fotos nur zusammen Sinn ergeben. Sie sollten dem Publikum daher nur in Form einer einzigen Fotowand präsentiert werden, nicht einzeln, sondern als Ganzes, sodass sie aufeinander und miteinander wirken können.

„Die Passanten“ hätte der Titel der zweiten, digitalen Fotoserie lauten können. Tatsächlich wurden diese Fotos, um die Worte der Künstlerin wiederzugeben, „in voller Fahrt aus einem Taxi heraus“ aufgenommen. Martines Vorgehen könnte man hier als am Dadaismus inspiriert beschreiben. Bei dem Versuch, die von der professionellen Fotografie vorgegebenen Wege zu verlassen, ließ sie sich von Lust und Laune leiten. Heraus kamen Fotos weit abseits jeglicher Normen, die laut Martine wie Poster aufgehängt werden sollen (ein Augenzwinkern in Richtung Popart). Diese Fotos wurden digital überarbeitet, um die Aussage der Künstlerin auf lebendige Art und Weise hervorzuheben. Sie stehen damit in Harmonie zur Hauptidee der Ausstellung, die besonders die Stadt Dakar in ihrem Wachstum, ihren Gegebenheiten und ihrer Geschichte vorstellen sollte.

Die Ausstellung wurde zudem durch die Projektion weiterer Fotos untermalt.

Gemeinsam mit den zahlreichen Gästen, die für die Ausstellung ins Goethe-Institut gekommen waren, wurde die Vorstellung von Martine Nostrons Werken zu einer Entdeckungsreise und bot Gelegenheit zu Diskussion und Ideen-Austausch. Beim anschließenden Empfang konnten die Besucher und die Künstlerin den Abend in entspannter Atmosphäre ausklingen lassen.

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