Felwine Sarr « Méditations africaines »

In seiner monatlichen Veranstaltungsreihe Au Cœur de la Littérature empfing das Goethe-Institut im März Felwine Sarr mit seinem Werk Méditations africaines. Mamadou Felwine Sarr ist ein vielfältig beschäftigter Mann. Neben der Leitung der Ausbildungs- und Forschungsabteilung (Unité de formation et de recherche, Ufr) für Wirtschaft und Verwaltung an der Universität Gaston Berger in Saint-Louis sitzt er auch der Ufr für Kultur, Religion und Kunstkommunikation (Civilisation-religion-artcommunication, Crat) vor, in der er mit anderen renommierten Schriftstellern wie Boubacar Boris Diop zusammenarbeitet.
Felwine Sarr möchte, wie er selbst sagt, „vom Erlebten ausgehen, daraus lernen und seine Schlussfolgerungen an seine Mitmenschen weitergeben.“ Méditations Africaines sei ein philosophisches Buch und biete dem Leser eine Auseinandersetzung mit der Welt. Ziel sei es, den Afrikanern eine Suche nach sich zu ermöglichen. Seine Betrachtungen kreisen um die Themen Liebe, Spiritualität, Freiheit und Ethik. Es handelt sich um ein innovatives Werk, das eine ganzheitliche Vision des Lebens vermittelt: Die Elemente des realen und die Mächte des spirituellen Lebens bilden darin eine Einheit.
Wie das Werk seinen Titel Méditations Africaines erhielt fragte sich nicht nur Michael Jeismann, Leiter des Goethe-Instituts Senegal. Felwine Sarr wollte mit diesem Titel zeigen, dass die Meditationen in dem Buch zwar senegalesisch seien, jedoch auch Gültigkeit für ganz Afrika haben. So ermöglichen seine Texte den Lesern, in das afrikanische savoir-faire und savoir-vivre einzutauchen, ein savoir-être zu entdecken. Vielleicht kann das Buch als Plädoyer für ein neues Afrika verstanden werden, das sich an diejenigen richtet, die immer noch an der Existenz einer afrikanischen Philosophie zweifeln.
Zu dem aufmerksamen Publikum, das sich für die Lesung eingefunden hatte, gehörten auch Autoren wie Nafissatou Dia Diouf und Fatou Yelly Wardini. Letztere war kurz zuvor selbst Gast in Au Coeur de la Littérature gewesen. In dem Teil der Lesung, der dem Publikum gewidmet war, wurde Felwine Sarr gefragt, wie er es geschafft habe, so viele Texte zu schreiben.
In Bezug auf die Religion geht Sarr davon aus, dass alle religiösen Gedanken Licht in das Leben der Menschen bringen sollten. Der Autor möchte so auf eine andere Facette der Spiritualität aufmerksam machen: Die Menschen sollten sich von der Liebe Gottes, dem Fundament allen Lebens, leiten lassen und keine furchteinflößenden Lehren verbreiten. Dem Autor zufolge sollte das Heil immer Ergebnis einer Anstrengung sein, immer im Schweiße des eigenen Angesichts verdient werden. Die Anstrengung diene dazu, sich freizumachen, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, denn „die Unendlichkeit ist so groß, dass man sie nie ganz begreifen kann.“
La Littérature autrement empfing im Anschluss an die Lesung den Künstler Ali Béta (Saliou Waa Guendoum Sarr), der slammend den Saal betrat um dem Publikum mitzuteilen: „Wer überall reist, der reist anders“. Felwine Sarr, selbst ein Musiker, eiferte ihm nach, indem er zur Gitarre griff und die Stimmung im Weimar Saal noch einmal befeuerte.
Dann war Ali Béta wieder an der Reihe und präsentierte dem Publikum sein Lied Bani Adama, das sich ebenfalls um die ewige Suche des Menschen nach dem Glück drehte und großen Beifall erntete.
Übersetzung: Franziska Reiffen
Copyright: Goethe-Institut Senegal/Dakar
April 2013
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