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Architektonisches Erbe in Tunesien - Erhalt und Nutzung



Tunesien verfügt über eine große Anzahl bedeutender architektonischer Denkmäler aus vielen Epochen, die noch relativ wenig Beachtung seitens der Fachwelt wie auch der allgemeinen Öffentlichkeit finden. Zugleich ist das Land bestrebt, den an seinem wirtschaftlichen Erfolg in besonderem Maß beteiligten Tourismussektor stärker zu differenzieren und auch für ein kulturell anspruchsvolles Publikum attraktive Angebote zu definieren.


Im März 2012 äußerte der tunesische Kulturminister gegenüber der deutschen Regierungsdelegation den Wunsch, sich im Bereich Restaurierung und Nutzung von baulichem und kulturellem Erbe von deutschen Experten aus den Bereichen Archäologie, Denkmalpflege, Restaurierung, Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung, Umwelt, Tourismusmanagement, Museumspädagogik und den Künsten beraten zu lassen. Daraus ergab sich das Projekt „Architektonisches Erbe in Tunesien“, mit dessen Umsetzung das Goethe-Institut betraut wurde. Ziel des Projekts ist es, den tunesischen Behörden Maßnahmen zu Erhalt des baulichen Kulturerbes und dessen Nutzung für Kultur- und Bildungszwecke zu empfehlen.

Die Region um Chimtou, der historisch reiche Nordwesten Tunesiens, bereits jetzt Standort deutsch-tunesischer Restaurierungsprojekte, soll Pilotregion für das Projekt „Architektonisches Erbe in Tunesien“ sein. Hier befindet sich nicht nur der von der UNESCO als Weltkulturerbe gelistete Steinbruch, es finden sich auch Baudenkmäler von der Antike bis zur Kolonialzeit, römische und byzantinische Altertümer und tunesisch-maurische Architektur in unterschiedlichstem Zustand.

In Arbeitsgruppen aus tunesischen und deutschen Experten soll in den Jahren 2012/2013 für die historischen Stätten der Region ein Maßnahmenkatalog entstehen, der sowohl archäologische Maßnahmen, als auch Maßnahmen zur Nutzung als Bildungsstätte, moderne Forschungsstätte, für zeitgenössische künstlerische Produktionen oder für Kulturtourismus beinhaltet und die Einbindung der Umgebung und aktive Teilnahme der Zivilgesellschaft vorsieht.

Bei einer Recherchereise nach Deutschland bekommen die tunesischen Fachleute die Möglichkeit, sich mit deutschen Experten auszutauschen. Die Rolle des Goethe-Instituts besteht darin, den Prozess zur Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zu moderieren und zu leiten, die Umsetzung der im Projektverlauf identifizierten Maßnahmen liegt bei den zuständigen tunesischen Behörden und Institutionen sowie deutschen Fachpartnern der unterschiedlichen Fachgruppen, und soll Anwohner, im Tourismussektor Tätige und Kultur- und Umweltaktivisten einladen, sich an der Neugestaltung des Umgangs mit historischem Erbe zu beteiligen, und ihre Ideen, Hoffnungen und Bedenken einzubringen.

Die Realisierung der empfohlenen Maßnahmen schafft nicht nur Arbeitsplätze auch über den befristeten Bedarf von Restaurierungsprojekten hinaus: Sie eröffnet einen Dialog über die unterschiedlichen Wertvorstellungen in Geschichte, Architektur, Kultur und Kunst, der für die Zivilgesellschaft fruchtbar sein kann.

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    In über 100 Gemeinschaftsprojekten mit einem Budget von mehr als 50 Millionen Euro unterstützt die deutsche Regierung Tunesien nach der Revolution in den Bereichen Aus- und Fortbildung.

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