Film

Europäische Filmtage 2011

Football under Cover von Ayat Najafi und David Assmann gewinnt den zweiten Preis der Europäischen Filmtage.

Im Rahmen der Europäischen Filmtage 2011, die vom 19. November bis zum 7. Dezember 2011 in 8 Städten Tunesiens stattfinden (Gabès, Gafsa, Kairouan, Monastir, Sbeitla, Sfax, Sousse et Tunis), hat das Goethe-Institut 4 deutsche Filme präsentiert :
  • Die Fremde von Feo Aladag
  • Football under Cover von Ayat Najafi et David Assmann,
  • Strajk, die Heldin von Danzig von Volker Schlöndorff
  • Blindgänger von Bernd Sahling.
Football under Cover von Ayat Najafi und David Assmann
2006 - 2008, 89 Min., mit Niloofar, Susu, Narmila, Marlene Assmann, Hüseyin Karaduman, Ayat Najafi, Paros.

Zu sehen in der Kategorie Erwachsene und der Kategorie Kinder bei den Europäischen Filmtagen.

Teheran, April 2006: erstmals erhält die iranische Frauenfußballnationalmannschaft in der Islamischen Republik Iran das Recht ein Fußballmatch vor Zuschauerinnen in einem Stadion zu bestreiten. Das Freundschaftsspiel gegen ein Frauenteam aus einem Berliner Stadtviertel ist das Ergebnis beharrlicher Bemühungen eines Jahres in dem es Hindernisse zu überwinden und Widerstände zu bekämpfen galt. Letztlich findet es vor mehr als eintausend begeisterten Frauen statt.
„An diesem Tag im April findet in Teheran viel mehr als ein Fußballspiel statt. Es ist eine menschlich bewegende Begegnung und eine Erklärung für die Rechte der Frauen“. Der Tagesspiegel.
„FOOTBALL UNDER COVER ist ein bewegender politischer Film. Er zeigt den Wunsch nach Freiheit und die Unbeugsamkeit angesichts einer patriarchalischen Diktatur, die sich auf Gott bezieht, aber in Wirklichkeit nur ihre Macht zu stärken sucht.“ Berliner Zeitung.

Die Fremde von Feo Aladag

2010, 01Std59 Min, mit Sibel Kekilli, Settar Tanriögen, Derya Alabora

Um ihren Sohn vor dem gewalttätigen Ehemann zu schützen, verlässt Umay, eine junge Türkin mit deutschen Wurzeln Istanbul und kehrt zu ihrer Familie in Berlin zurück. Aber die den Wertvorstellungen ihrer Gemeinschaft verhafteten Mitglieder ihrer Familie empfangen sie nicht wie sie es erhoffte. Umay muss erneut fliehen, um ihre Familie vor der Schande zu bewahren.

Dieser Film wurde vom Europäischen Parlament für die Europäischen Filmtage zur Verfügung gestellt. Der von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeierte Film erhielt zahlreiche Preise:
  • großer Preis des Festival international du film des femmes de Salé 2011, Marokko,
  • Publikumspreis des europäischen Films des Festival Premiers plans d'Angers 2011,
  • Lux-Preis 2010
  • und erster Preis des Label Europa Cinemas bei der Berlinale 2010
Zu sehen:
in Gafsa, im Maison de la Culture « Ibn Mandhour »,
Dienstag, 6. Dezember um 18 Uhr.
„Der Film „Die Fremde“ löst ein gewisses Unbehagen aus, ist dabei aber nicht thesenhaft; er stigmatisiert weder eine Gemeinschaft noch eine Religion. Vielmehr unterstreicht er Verhaltensweisen, warnt vor Extremen, korrigiert Vorurteile.“ Christophe Narbonne, Première.

„Ein starkes, bewegendes und aufwühlendes Werk, dessen erschütterndes Ende nicht zögert mit den romantischen Tabus des Kinos aufzuräumen“ Olivier Delcroix, Le Figaro.

Strajk, die Heldin von Danzig von Volker Schlöndorff
2007, 1Std41 Min, mit Katharina Thalbach, Andrzej Chyra, Dominque Horwitz, Andrzej Grabowski.

Deutsch-polnischer Film. Danzig in den 1980er Jahren. Die Leninwerft in Danzig erstreckt sich soweit das Auge reicht und die Industrieaktivität ist im vollen Gange. Agnieszka, eine Arbeiterin, die zwar weder lesen noch schreiben kann, aber sehr unabhängig ist, wird von der Direktion zur „Heldin der Arbeit“ ernannt. Das hält sie jedoch nicht davon ab, sich auch weiterhin als Personalvertreterin für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen und Mitbegründerin der ersten Arbeitergewerkschaft des Ostblocks, Solidarnosc, zu werden.
„[...] ein liebevolles Epos um eine kleine Heldin der Geschichte, die mit dem Aufstieg ihres Kollegen Lech Wałęsa zum Politstar bald in Vergessenheit geriet. Schlöndorff [...] schuf so den respektablen Versuch nicht einer polnischen Vergangenheitsbewältigung von außen, sondern der Illustration eines universell gültigen, politischen wie existentiellen Prinzips: Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt.“ – Jan Schulz-Ojala, in Dialog. Deutsch-Polnisches Magazin, 76/2006

„Der Film behandelt einen entscheidenden Moment in der Geschichte Polens mit Sensibilität und einer großen emotionalen Kraft. Der Film verfügt über eine wunderbare Bildsprache und ist in der Hauptrolle mit einer außergewöhnlichen Schauspielerin besetzt. Ein ‚auferstandener‘ Schlöndorff.“ – Auszug aus der Jury-Begründung des Saturno d'Oro

Die Blindgänger von Bernd Sahling
2004, 88 Min., mit Ricarda Ramünke, Dominique Horwitz, Maria Rother, Oleg Rabcuk, Dennis Ritter

Zu sehen in der Kategorie Kinder bei den Europäischen Filmtagen. Marie und Inga sind fast wie alle Jugendlichen ihres Alters, nur dass sie nicht sehen können. Für die beiden Mädchen ist das ganz normal, nur dass die Welt der Sehenden das nicht so wahrnimmt. Dies wird ihnen wieder einmal bewusst als sie bei einer Gruppe vorspielen, die neue Musiker sucht. Die Jungen sind überrascht und sogar beeindruckt durch ihre Leistung, nur …. sind die Mädchen blind und das ist nicht „medienwirksam“. Eine Antwort, die sie schon oft gehört haben, von der sie sich jedoch nicht entmutigen lassen. Die Begegnung mit einem jungen Mann aus Kasachstan wird ihr Leben verändern. Bevor sie jedoch unter dem Namen die „Blindgänger“ Furore machen, müssen sie noch zahlreiche Hindernisse überwinden.
„Mir gefiel der Film gut. Die Mädchen zeigen, was sie in der Schule machen, wie sie schreiben und wie sie Dinge erkennen, indem sie sie mit den Händen berühren.“ Sarah, 8 Jahre.

„Ricarda Ramünke (Marie) und Maria Rother (Inga), die im wirklichen Leben fast blind sind, interpretieren die Figuren mit viel Selbstsicherheit und Humor. Am Ende eröffnet sich ihnen eine Welt. Marie packt ihren weißen Stock aus und findet, obwohl sie blind ist, ihren Weg.“ Süddeutsche Zeitung.