Attila Bartis

Lesetermine

Die Ruhe

Kütahya Fen Edebiyat Fakültesi, Konferans Salonu
03.12.2009, 10:00

Kütahya Gülten Dayıoğlu Halk Kütüphanesi
05.12.2009, 14:00


Biografie

Attila Bartis wurde 1968 in Marosvásárhely, im rumänischen Siebenbürgen, geboren. Seine Familie gehörte der ungarischen Minderheit an, der Vater – ein Journalist – war bis zur Ausreise nach Budapest im Jahr 1984 Repressalien ausgesetzt. In der ungarischen Hauptstadt erlernte Attila Bartis den Beruf des Fotografen, in dem er seither tätig ist. Seine Fotografien wurden in verschiedenen Ausstellungen gezeigt. Bartis erhielt sowohl für sein fotografisches als auch für sein literarisches Werk mehrere Stipendien, darunter das Móricz-Zsigmond-Stipendium für seinen ersten Roman. Er wurde mit dem Tibor-Déry-Preis und dem Márai-Preis ausgezeichnet und lebt in Budapest. (Text: internationales literaturfestival berlin)

Ausgewählte Werke
  • A Lázár apokrifek (deutsch: Die Apokryphen des Lazarus), 2005
  • A nyugalom (deutsch: Die Ruhe), 2001
  • A kéklö pára, 1998
  • A séta (deutsch: Der Spaziergang), 1995
Die Ruhe

Die Karriere der gefeierten Budapester Schauspielerin Rebeka Weér, unvergesslich in der Rolle von Shakespeares Cleopatra, endet über Nacht. Der Grund: Ihre Tochter Judit, eine hochbegabte Geigerin, hat sich in den Westen abgesetzt. Von den Behörden unter Druck gesetzt, versucht sie, Judit zur Rückkehr zu bewegen – vergeblich. Um ihre Karriere zu retten, erklärt sie die Tochter für tot, inszeniert eine Beerdigung und verschickt Traueranzeigen an hochgestellte Persönlichkeiten in Kultur und Parteiapparat.

Als die Entlassung nicht rückgängig gemacht wird, zieht sie sich in ihre Wohnung zurück. Fünfzehn Jahre lang setzt sie keinen Fuß mehr vor die Tür und überwacht jeden Schritt ihres Sohnes, der Schriftsteller werden will. Während draußen ein politisches System zusammenbricht, wird immer offensichtlicher, daß der Sohn dem aus Hass, Erpressung und Obsessionen geflochtenen Netz niemals entkommen wird. Auch nicht, als er nach allerlei unglücklichen Affären Estzer Féher auf der Freiheitsbrücke trifft und sich in sie verliebt.

Attila Bartis erzählt diese Geschichte mit beklemmender Intensität. Dieser „roman noir“, der in manchen Zügen an Werke Sartres und Camus’ erinnert, ist Familiengeschichte und Künstlerroman und zugleich eines der bleibenden Bücher über die Wende in Ungarn.