György Dragomán

© Lenke Szilagyi
© Lenke Szilagyi
György Dragomán

Lesetermine

A fehér király (Der weiße König)

Kütahya Dumlupınar Üniversitesi
Fen Edebiyat Fakültesi Konferans Salonu
03.12.2009, 10:00

Kütahya Kılıçarslan Anadolu Lisesi
04.12.2009, 10:00

Kütahya Ali Güraöl Lisesi
04.12.2009, 14:00

Kütahya Gülten Dayıoğlu Halk Kütüphanesi
05.12.2009, 14:00


Biografie

1973 in Marosvásárhely/Rumanien geboren, siedelte György Dragomán als Mitglied der ungarischen Minderheit Transsylvaniens 1988 mit seiner Familie nach Ungarn über. Er promovierte über Samuel Beckett, arbeitet als Filmkritiker und Übersetzer für eine Filmzeitschrift und hat Werke von Beckett, James Joyce, Ian McEwan und Irvine Welsh ins Ungarische übersetzt. 2002 erschien sein preisgekrönter erster Roman, A pusztítás könyve, Zur Zeit wird A fehér király (2005, deutsch: Der weiße König) in fünfzehn Sprachen übersetzt.

Ausgewählte Werke
  • A fehér király (deutsch: Der weiße König), 2005
  • A pusztítás könyve, 2002
Der weiße König

Rumänien im Jahr von Tschernobyl, 1986. Ein Elfjähriger wird Zeuge, wie Beamte des Geheimdiensts seinen Vater abholen. Von Monat zu Monat schwindet die Hoffnung, ihn wiederzusehen. Mit rührender Aufmerksamkeit versucht der Junge, der tapferen, als Jüdin und „Dissidentin“ geächteten Mutter den Vater zu ersetzen, während er ihr die Schikanen in der Schule verschweigt. Er begleitet sie zum „Genossen Botschafter“, von dem sie sich Hilfe erhofft, sinnt auf eigene Wege, um den Vater aus dem Arbeitslager am „Donaukanal“ freizubekommen.

Im Turnlehrer, der die Kinder bei Radioaktivitätsalarm zum Fußballspiel zwingt, in den verrohten Jugendlichen, die vor keiner Gewalttat zurückschrecken, in den Bauarbeitern, die behaupten, seinen Vater gesehen zu haben – überall begegnet ihm das zynische Spiel mit Angst und Hoffnung, Erpressung und Verrat. Doch er führt seinen Krieg, wehrt sich gegen die Unmenschlichkeit, und in einem grandiosen Finale kämpft er um seinen Vater – gegen die ganze Welt.

  Konsequent aus der Sicht eines Kindes schildert György Dragomán die Amoralität einer politisch terrorisierten Gesellschaft. Sein suggestiver Stil nimmt vom ersten Satz an gefangen. Die traumwandlerische Leichtigkeit und Schönheit der Sprache, in der souverän von menschlicher Größe und Niedertracht erzählt wird, machen die Lektüre unvergesslich.
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