Hans-Ulrich Treichel

© Jerry Bauer, Suhrkamp Verlag
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Hans-Ulrich Treichel

Lesetermine

Der Verlorene

Şanlıurfa Harran Üniversitesi
27.05.2009, 15:00

Şanlıurfa Belediyesi Şair Nabi Salonu
28.05.2009, 17:00

Şanlıurfa İl Kültür Müdürlügü Salonu
29.05.2009, 14:00


Biografie

Hans-Ulrich Treichel, am 12.8.1952 in Versmold/Westfalen geboren, lebt in Berlin und Leipzig. Er studierte Germanistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 1984 mit einer Arbeit über Wolfgang Koeppen. Er war Lektor für deutsche Sprache an der Universität Salerno und an der Scuola Normale Superiore Pisa. Von 1985–1991 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin und habilitierte sich 1993. Seit 1995 ist Hans-Ulrich Treichel Professor am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig.

Bibliografie – Auswahl

  • Anatolin, 2008
  • Der Felsen, an dem ich hänge. Essays und andere Texte, 2005
  • Menschenflug, 2005
  • Gespräch unter Bäumen, 2002
  • Der irdische Amor, 2002 (Türkisch: Yeryüzündeki Amor: Roman, übers. Erol Özbek, İletişim Verlag)
  • Der Entwurf des Autors, 2000
  • Über die Schrift hinaus, 2000
  • Tristanakkord, 2000
  • Der Verlorene, 1998 (Türkisch: Kaybolan, übers. Tanıl Bora, İletişim Verlag)
  • Heimatkunde oder Alles ist heiter und edel, 1996
  • Der einzige Gast, 1994
  • Von Leib und Seele, 1992
  • Seit Tagen kein Wunder, 1990
  • Liebe Not, 1986

Der Verlorene

Hans-Ulrich Treichels Erzählung handelt von einer Familie, an deren Leben nichts außergewöhnlich scheint: Der Flucht aus den Ostgebieten im letzten Kriegsjahr folgt der erfolgreiche Aufbau einer neuen Existenz in den Zeiten des Wirtschaftswunders. Doch es gibt für sie nur ein einziges, alles beherrschendes Thema: die Suche nach dem auf dem Treck verlorengegangenen Erstgeborenen, nach Arnold. »Arnold ist nicht tot. Er ist auch nicht verhungert«. Das erfährt der kleine Bruder und Ich-Erzähler eines Tages von seinen Eltern: »Jetzt begann ich zu begreifen, dass Arnold, der untote Bruder, die Hauptrolle in der Familie spielte und mir die Nebenrolle zugewiesen hatte.« In der Vorstellung des Jungen wird das, was der Eltern größter Wunsch ist, zum Alptraum: dass der Verlorene gefunden wird. Lakonisch-distanziert und zugleich ungemein komisch erzählt Treichel von den psychischen Auswirkungen der Brudersuche, von den emotionalen Höhen und Tiefen und den subtilen Mechanismen, die die Eltern und auch der Sohn im Umgang mit dieser alle belastenden Situation entwickeln.

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