Josef Winkler

© Jerry Bauer, Suhrkamp Verlag
© Jerry Bauer, Suhrkamp Verlag
Josef Winkler

Lesetermine

Natura morta

Van Yüzüncü Yıl Üniversitesi
04.06.2009, 14:00

Van Yüzüncü Yıl Üniversitesi
05.06.2009, 17:00


Biografie

Josef Winkler wird am 3.3.1953 in Kamering bei Paternion in Kärnten geboren. Nach der Volksschule besucht er drei Jahre die Handelsschule in Villach. Nachdem er zunächst im Büro einer Oberkärntner Molkerei beschäftigt ist, besucht er die Abendhandelsakademie in Klagenfurt und arbeitet tagsüber im Betrieb eines Verlags, der Karl-May-Bücher produziert, seit 1971 dann in der Verwaltung der neuen Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt. In seiner Freizeit besucht er germanistische und philosophische Vorlesungen. Seit 1982 ist Josef Winkler freier Schriftsteller und erhält zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Georg Büchner Preis 2008 und den Großen Österreichischen Staatspreis 2008. Er lebt derzeit in Klagenfurt.

Bibliografie – Auswahl

  • Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot, 2008
  • Roppongi. Requiem für einen Vater, 2007
  • Leichnam, seine Familie belauernd, Prosa, 2003
  • Natura morta. Eine römische Novelle, 2001
  • Wenn es soweit ist, Erzählung, 1998
  • Domra, Roman, 1996
  • Das wilde Kärnten, Romantrilogie, 1995
  • Das Zöglingsheft des Jean Genet, Essay, 1992
  • Friedhof der bitteren Orangen, Roman, 1990
  • Der Leibeigene, Roman, 1987
  • Muttersprache, Roman, 1982

Natura morta

„Feigen, frische Feigen!“ ruft vor den Toren des Vatikans eine dicke Römerin neben einem kahlgeschorenen Mann, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Mafia. Made in Italy“ trägt und auf einem Stab einen kleinen Plastiknegerkopf in die Höhe hält, den er den vorbeigehenden Pilgern zeigt. Aufdringlich, geradezu überwältigend fühlbar, riechbar, hör- und sehbar beschreibt Josef Winkler in seiner ‚römischen Novelle’ die Stadt, wo sie am lebendigsten ist: wochentags das Markttreiben auf der Piazza Vittorio Emanuele; sonntags das Warten und Lungern vor dem Vatikan. Unter den Wartenden befinden sich die Feigenverkäuferin und Piccoletto, ihr schöner Sohn, der sonst für einen Fischhändler auf der Piazza Vittorio Emanuele arbeitet. Wie diese Welt – einen endlosen Augenblick lang – in den Sog von Piccolettos Schicksal gerissen wird, ist atemberaubend.

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