Georg Lukács

...die Form des Romans ist, wie keine andere, ein Ausdruck der transzendentalen Obdachlosigkeit.
Georg Lukács: Theorie des Romans

  • Geboren in Budapest am 13. April 1885 (György [von] Lukács).
  • Studiert 1902-06 Jura in Budapest.
  • 1909 Promotion zum Dr. phil.
  • 1910-11 Studium bei Georg Simmel in Berlin. Hält sich zwischen 1910 und 1917 in Deutschland, Frankreich und Italien auf und hört u.a. Wilhelm Windelband und Heinrich Rickert. Bekanntschaft mit Max Weber, Ernst Bloch und Emil Lask.
  • Während des Ersten Weltkrieges wendet er sich dem Kommunismus zu und tritt im Dezember 1918 der Kommunistischen Partei Ungarns (KPU) bei, die im Monat zuvor unter Béla Kun gegründet worden war. März bis August 1919 Volkskommissar für Erziehung in Kuns Räteregierung und politischer Kommissar der 5. Roten Division.
  • Nach dem Sturz Kuns Rückzug in den Untergrund und schießlich Flucht nach Wien (1919-29). Herausgabe der Zeitschrift “Kommunismus”. Rivalität mit Kun, der im Moskauer Exil lebt.
  • 1929 Lukács übt unter dem Vorwurf der “Rechtsabweichung” Selbstkritik und zieht sich aus der Parteiarbeit zurück.
  • 1929-31 Arbeitet am Marx-Engels-Lenin-Institut in Moskau; 1931-33 Berlin; 1933-44 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Institut der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.
  • 1944 Rückkehr nach Ungarn. Mitglied des Präsidiums der Ungarischen Akademie der Wissenschaften; ordentlicher Professor der Ästhetik und Kulturphilosophie an der Universität Budapest.
  • 1949-52 “Lukács-Debatte”: scharfe Angriffe gegen Lukács wegen Revisionismus.
  • 1956 Während des antisowjetischen Aufstandes in Ungarn ist Lukács Kulturminister in der Regierung von Imre Nagy und Mitglied des ZK der KPU. Nach der Niederschlagung des Aufstandes verliert Lukács seine Ämter einschließlich des Lehrstuhls und wird zunächst nach Rumänien deportiert. Im April 1957 wird ihm die Rückkehr nach Budapest gestattet.
  • Lukács stirbt dort am 4. Juni 1971.