Aufgrund seines frühen Todes macht das Werk Max Webers einen deutlich unabgeschlossenen Eindruck. Von den Gesammelten Aufsätzen zur Religionssoziologie, die Webers Bücher Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus und Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen zusammenfassen, konnte Weber nur den ersten Band selbst redigieren. Sein systematisch-soziologisches Hauptwerk Wirtschaft und Gesellschaft wurde aus dem Nachlass publiziert. Die Kompilation seiner wichtigsten Aufsatzsammlungen geschah ebenfalls nach seinem Tod.
Seine Themen sind vielfältig. Ein Schwerpunkt unter ihnen ist die Entstehung der Wirtschaftsformen im jeweilig vorherrschenden religiösen Wertehorizonts. Dabei lieferte Weber u.a. eine Alternative zu Marx’ Theorie der Entstehung des Kapitalismus. Das besondere Interesse Webers galt den Bedingungen unter denen sich die charakteristisch abendländische Kultur (vor allem Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst) entwickeln konnte. Zentral ist dabei der Begriff der „okzidentalen Rationalität“.
Daneben setzte Weber sich methodenkritisch mit der Geschichtswissenschaft auseinander, deren Verfahren ja für viele seiner Arbeiten so zentral ist. In diesen Zusammenhang gehört der „Werturteilsstreit“, den Weber mit seiner „Wertfreiheitsthese“ auslöste und der in der Methodendiskussion der historischen Wissenschaften eine bedeutende Rolle spielte.
Webers Bedeutung liegt nicht zuletzt in seinen Analysen soziologischer Begriffe. Ein klarer, schnörkelloser Stil und konzise Definitionen zeichnen seine Arbeiten aus, und jene Schärfung und Systematisierung des Begriffsinstrumentariums der Soziologie, die ihn zum Ausgangspunkt der deutschen Soziologie macht.







