„Nichts ist erledigt“ von Klaus Staeck
Plakatausstellung
06.04.–07.05.2013
Charkiw, Tscherniwzi
06.04.–07.05.2013
Charkiw, Tscherniwzi
Unruhe galt Klaus Staeck stets als „erste Bürgerpflicht“. Schon Anfang der siebziger Jahre sorgte der Künstler, Verleger und Jurist für Aufsehen und Skandale. Bis heute hat er den Glauben an eine politisch-gesellschaftliche Meinungsäußerung mit künstlerischen Mitteln nicht verloren, kämpft er gegen Unverständnis, Ignoranz und vor allem gegen das Wegschauen, zwingen seine satirischen Text-Bild-Montage doch dezidiert zum Hinschauen und zur Auseinandersetzung. Aufbauend auf dem Erbe seiner künstlerischen Vorbilder John Heartfield und George Grosz nutzt Klaus Staeck die Fotomontage, um wieder und wieder den Finger in die ökologischen, sozialen und politischen Wunden der Bundesrepublik zu legen. Mehr als 300 Plakat-Motive sind so in den letzten vierzig Jahren entstanden. Ihre massenhafte Verbreitung im öffentlichen Raum sorgte dafür, dass Klaus Staeck weit über das Feuilleton hinaus bekannt und als einer der bedeutendsten deutschen Plakatkünstler anerkannt wurde. Zahlenmäßig den größten Raum nehmen dabei jene Plakate ein, die sich mit dem Schutz der Umwelt beschäftigen. Schon lange vor der Gründung der Grünen machte Klaus Staeck mit aufrüttelnden Motiven und Slogans auf die Klimaerwärmung, die Luftverschmutzung, den Müllzuwachs, die Atommüllproblematik und die Verschmutzung der Weltmeere aufmerksam. Der dialektische Widerspruch, in dem die fotografischen Motive und die Texte stehen, erzeugen nicht nur eine bildinterne Spannung, sondern auch ein nachhaltiges Einlassen des Betrachters auf das Gezeigte. Der Druck der Plakate ist noch ganz den alten Techniken – dem Offset- und Siebdruck – verpflichtet.Vierzig dieser Original-Plakate sind nun in der Ausstellung des Goethe-Instituts zu sehen – ein repräsentativer Querschnitt durch vierzig Jahre unermüdliches Provozieren, Agitieren und Mahnen, begleitet vom unerbittlichen Glauben an kritisches Denken und künstlerische Aufklärung. Faszinierend und unglaublich enttäuschend bleibt dabei die Tatsache, dass einige der ältesten Umwelt-Plakate aktueller denn je erscheinen. Nicht zuletzt die Reaktorkatastrophe in Fukushima und das Ölleck im Golf von Mexiko zeigen schließlich, wie fragil die „Mietsache“ Erde ist. „Viele Motive wollen und wollen nicht altern“, stellt Klaus Staeck dazu fest. Deshalb ist der Titel dieser Ausstellung auch ihr Programm: NICHTS IST ERLEDIGT.
Der ukrainischen Katalog wurde von Serhiy Zhadan übersetzt und durch das Interview mit Klaus Staeck und dessen Manifest ergänzt. Die Plakate von Klaus Staeck treten in einen politischen und künstlerischen Dialog mit den Arbeiten der ukrainischen Künstler des Verbandes der Designer und Graphiker „4. Block“, dazu gehören Olena Fomina, Mykola Kowalenko, Alesja Lunjowa, Maria Nosarjan, Ira Olenina, Illja Pawlow, Olha Sewerina und Oleg Wereschtschagin.
Katalog (PDF 2,8 MB)
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