Glossar

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Tarif
Das Wort "Tarif" kommt aus dem Arabischen und bedeutet "Preisliste", "Bekanntmachung". Ein Tarif ist eine Liste, in der festgelegt wird, wie hoch die Preise oder Gebühren für bestimmte Leistungen sind. Wenn wir mit dem Bus fahren, müssen wir für den Fahrschein soviel bezahlen, wie es der Tarif für eine bestimmte Strecke vorsieht. Die Müllabfuhr, der Wasser- und der Stromverbrauch, das Telefonieren und andere Dienstleistungen werden ebenfalls nach festgelegten Gebührensätzen (=Tarifen) abgerechnet. Auch Arbeiter und Angestellte werden für ihre geleistete Arbeit nach Tarifen, also nach festgelegten Lohn- und Gehaltsstufen bezahlt. Diese Tarife werden zwischen den Vertretern der Arbeitgeberverbände und den Gewerkschaften (das sind die sogenannten Tarifvertragsparteien) regelmäßig neu ausgehandelt. Diese Gespräche nennt man "Tarifverhandlungen".

Tarifvertrag
Ein Tarifvertrag ist eine schriftliche Vereinbarung, die zwischen den Gewerkschaften und Vertretern der Arbeitgeber ausgehandelt wird. Diese beiden nennt man auch "Tarifvertragsparteien". Im Tarifvertrag wird festgelegt, wie hoch der Lohn oder das Gehalt für bestimmte Berufsgruppen ist, wie viele Urlaubstage es gibt und noch anderes mehr. Diese Vereinbarungen gelten für Betriebe, Ämter und Behörden sowie für ihre Arbeiter, Angestellten und Beamten. Die Vereinbarungen sind nur eine bestimmte Zeitlang gültig. Die Tarifvertragsparteien haben das Recht, über die Löhne und Gehälter selbstständig zu verhandeln, ohne dass sich jemand anderes, zum Beispiel die Regierung, einmischt. Dieses Recht nennt man "Tarifautonomie". Die Tarifautonomie ist in Deutschland im Grundgesetz festgeschrieben.

Taschengeld
Eine spannende Frage ist: Gibt es für Kinder eigentlich ein Gesetz, in dem das Recht auf Taschengeld steht? Das muss man mit Nein beantworten. Allerdings: Jedes Kind hat ein Recht darauf, von seinen Eltern zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit erzogen zu werden. Und dazu gehört eben auch, dass Kinder lernen, mit Geld umzugehen. Deswegen sollten deine Eltern dafür sorgen, dass du regelmäßig kleinere Geldbeträge erhältst. Welcher Betrag das jede Woche oder jeden Monat sein kann, richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten deiner Eltern. Was kannst du mit deinem Taschengeld machen? Du kannst es sparen, du kannst es aber auch für Süßigkeiten, Zeitschriften oder Kleidung ausgeben. Allerdings können dir die Eltern auch verbieten, das Geld für bestimmte Sachen auszugeben. Zum Beispiel können und müssen sie dir verbieten, das Taschengeld für Dinge auszugeben, die verboten oder gefährlich sind. Und deine Eltern können dir auch das Taschengeld entziehen, wenn sie es aus erzieherischen Gründen für notwendig halten.

Technisches Hilfswerk (THW)
Die blauen Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks (die Abkürzung lautet THW) habt ihr vielleicht schon auf der Straße gesehen. Oder im Fernsehen, wenn über schwere Naturkatastrophen, über Erdbeben, Hochwasser, einen Flugzeugabsturz oder ein Eisenbahnunglück berichtet wird. Dann sind oft die Helfer des THW zur Stelle, denn die Menschen in den betroffenen Gebieten, egal ob im Ausland oder bei uns in Deutschland, brauchen ganz schnell Hilfe. Das THW untersteht dem Bundesminister des Innern. Die Aufgabe des THW ist es, Menschen und Tiere aus Gefahrenlagen zu retten, Schäden an der Strom- und Wasserversorgung zu reparieren, zerstörte Wege und Übergänge wieder in Ordnung zu bringen. Auch in weit entfernten Ländern kennt man das deutsche THW. So wurden zum Beispiel in Südafrika Anlagen für Trinkwasserreinigung gebaut, in der Türkei, in Kolumbien oder Taiwan halfen Hundeeinheiten des THW bei der Suche nach Begrabenen nach schweren Erdbeben. Den größten Auslandseinsatz des Technischen Hilfswerks gab es im Jahr 2000. Damals haben mehr als 1500 Helferinnen und Helfer in Frankreich mitgeholfen, die Schäden nach schweren Winterstürmen zu beseitigen. Das THW wurde 1953 gegründet. Es gibt heute mehr als 660 Ortsverbände, in denen sich Frauen und Männer zum Teil hauptamtlich, vor allem aber ehrenamtlich engagieren.

Teilung Deutschlands
Der Zweite Weltkrieg endete 1945 mit der Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands. Im Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 beschlossen die vier Siegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich, Deutschland in vier Besatzungszonen aufzuteilen. Schon bald kam es zu Spannungen zwischen den Siegermächten. Die drei westlichen Zonen wurden demokratisch, hier wurden schon 1946 freie Wahlen durchgeführt. Am 23. Mai 1949 schließlich trat das Grundgesetz für die aus den drei Zonen hervorgegangene Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Es war ein demokratischer deutscher Staat entstanden mit der Hauptstadt Bonn. In der von der Sowjetunion verwalteten Zone, der sogenannten Ostzone, entwickelte sich ein von der Sowjetunion abhängiger Staat. Zur Hauptstadt wurde Ost-Berlin bestimmt. Hier hatte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) die Macht. Dieser Teil Deutschlands nannte sich Deutsche Demokratische Republik. Dieser Staat, der lange Zeit von der Mehrzahl der westlichen Staaten nicht anerkannt wurde, war trotz der Namensgebung keineswegs demokratisch. So gab es beispielsweise keine freien Wahlen.
Viele Menschen haben die DDR in den ersten Jahren nach ihrer Gründung verlassen und sind nach Westdeutschland gegangen. 1961 haben die Machthaber der DDR den Bau der Berliner Mauer veranlasst, um die Menschen an einer Flucht in den Westen zu hindern. Damit war die Teilung des Landes für alle Welt sichtbar vollzogen. Sie wurde erst mit dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 und mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 beendet.

Terrorismus
Das Wort "Terror" stammt aus dem Lateinischen und heißt "Schrecken". Terroristen sind also Menschen, die Schrecken verbreiten. Mit grausamen Anschlägen und Entführungen, bei denen oft viele Menschen ums Leben kommen, wollen sie ihre Ziele gewaltsam auch gegen den Staat durchsetzen. Ihr rücksichtsloses und brutales Vorgehen erklären Terroristen meistens damit, dass sie eine andere und bessere Welt wollen, und geben dafür politische oder religiöse Gründe an. Aber was soll das für eine Welt sein, in der die meisten Menschen in Angst und Schrecken leben
In manchen Ländern, zum Beispiel in Spanien, im Nahen Osten oder einigen südamerikanischen und südostasiatischen Staaten, bezeichnen sich Terroristen als Widerstands- oder Befreiungskämpfer. Manchmal wollen sie die Unabhängigkeit eines Landesteils erkämpfen und dazu scheint ihnen fast jedes Mittel recht zu sein. Eine besonders unberechenbare Form des Terrorismus sind die sogenannten Selbstmordattentate. Dabei setzen die Terroristen das eigene Leben ein, um ihre Ziele zu erreichen, wie zum Beispiel bei den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001. Hier haben sich Terroristen mit entführten Flugzeugen in die Gebäude gestürzt. Tausende Menschen haben ihr Leben verloren.
Aber nicht nur Einzelpersonen können Terroristen sein. Es gibt auch Staaten, die ihre Bevölkerung unterdrücken und dazu grausame Mittel einsetzen.

Toleranz
Passt dir die Nase eines Mitschülers nicht? Oder die andere Meinung einer Mitschülerin? Kannst du es nicht gut ertragen, wenn dir jemand widerspricht oder sich anders verhält, als du es erwartest? Dann bist du nicht tolerant, denn Toleranz (der Begriff kommt aus dem Lateinischen) bedeutet, dass man auch andere Meinungen, Anschauungen oder Haltungen neben seiner eigenen gelten lässt. Denn die Menschen sind unterschiedlich und alle haben in unserem Staat das Recht, im Rahmen der Gesetze nach ihren Vorstellungen zu leben. So ist es zum Beispiel ein Gebot der Toleranz, zu akzeptieren, wenn Menschen unterschiedliche Religionen haben und dies auch zum Ausdruck bringen. In Deutschland werden keine Religionen verboten. Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist in unserem Grundgesetz festgeschrieben. Man sollte aber nicht immer Toleranz zeigen: Wenn Menschen etwa gewalttätig werden, sollte man dies nicht dulden, nicht tolerieren, sondern sich mit anderen verbünden und die Bedrohten schützen. Das Gegenteil von Toleranz ist übrigens Intoleranz


Der Vollständigkeit halber: Das Wort "Toleranz" benutzt man auch im Zusammenhang mit Maßen und Gewichten. Hier bezeichnet es den zulässigen Unterschied, wenn eine Messung nicht hundertprozentig genau sein kann.