Willkommen beim Goethe-Zentrum Kampala

Eric Mukalazi im Portrait

Geboren in Kampala, interessierte Eric sich bereits sehr früh für die Kunst, war fasziniert von Bildern und Skulpturen und vor allem stark geprägt von der Arbeit seines älteren Bruders, den er als „sehr guten Illustrator“ bezeichnet. Besonders als Kind bewunderte er ihn und imitierte seine Arbeiten. In einem kleinen Raum in Erics Grundschule (der für ihn mit Abstand interessanteste Teil des gesamten Gebäudes – dort wurde von Zeit zu Zeit Kunst unterrichtet) stellte er dann seine erste eigene Skulptur fertig: einen Vulkan aus Lehm mit Lavaströmen aus roter Farbe – eine Erinnerung, die ihn schmunzeln lässt und die eine Mischung aus Scham und Stolz in ihm zu wecken scheint. Es entstanden Bilder, Skulpturen, mehr Bilder und mehr Skulpturen, bis sein Leben im Alter von zehn Jahren eine drastische Wende nahm: Sein Vater nahm einen Job bei einem Import- und Exportunternehmen in Mombasa, Kenia an. Dort verbrachte Eric die nächsten acht Jahre. Obwohl Erics Vater es lieber gesehen hätte, wenn er in seine Fußstapfen getreten und Geschäftsmann geworden wäre, so hat er die Leidenschaft seines Sohnes doch unterstützt. Eric erinnert sich daran, dass er seinen Vater zwar nicht allzu oft gesehen hat, aber dass er oft mit Skizzenbüchern und Stiften nach Hause gekommen ist. Leider hatte dieser aber dann nicht das Glück, mitzuerleben, wie sein Sohn sich als Künstler etabliert – er starb 2005. Für den Rest der Familie hieß es nun sehr plötzlich: Goodbye Mombasa, Welcome back to Kampala.

Mit seinem Abitur in der Tasche hätte Eric nichts lieber machen wollen als studieren – doch das konnte er sich beim besten Willen nicht leisten. Andere hatten mehr Glück. Sein enger Freund Mugeni zum Beispiel hat zum gleichen Zeitpunkt Kampala verlassen, um in Nairobi an die Uni zu gehen. Eric jedoch nahm dies nicht zum Anlass, in Neid oder Selbstmitleid zu versinken, sondern glaubte stattdessen fest daran, dass seine Zeit wohl kommen würde. „Wie kann ich mich am besten beschäftigen, während ich darauf warte, endlich Kunst studieren zu können?“ war die Frage, die ihn nicht nur über den Tag brachte, sondern durch die letztlich auch viele, viele Bilder entstanden. Ohne es sich bewusst zu machen, war Eric bereits auf dem Weg, den er hoffte, in Zukunft einschlagen zu können. Im Jahr 2007, als Eric immer noch auf „seine Chance“ wartete, begann seine professionelle Karriere mit einer Ausstellung in der AKA Gallery Kampala. Immer wieder fanden seine Werke dort auch Käufer – und es schien immer realistischer, dass er eines Tages als Künstler würde arbeiten können. Eric blickte weiter nach vorn und kaufte von dem angesparten Geld eine Fotokamera, die als neues Medium seine künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten erweiterte. Jetzt passierte alles sehr schnell. Noch im selben Jahr bot sein Cousin ihm einen Job an – als Fotograf für eine ruandische Zeitung in Kigali. Nach drei Monaten in Ruanda hatte Eric dann genug Geld angespart, um gemeinsam mit seinem Bruder Ennock eine eigene Medienfirma zu gründen.

Breezy Nuts

Auf dieses wichtige Jahr 2007 folgte eine weniger turbulente Zeit. Die beiden Brüder verbrachten ihre Zeit damit, neue Programme auszuprobieren – insbesondere für 3D-Animation – und halfen ihrer Mutter beim Management einer Bar auf der Entebbe Road, die den Lebensunterhalt der Familie sicherte. Es war ein Plakat, das die nächste und jüngste Veränderung in Erics Leben und Karriere auslöste. Als er eine Veranstaltung im National Theatre besuchte, sah er es an einer Wand hängen: Es handelte sich um einen Bewerbungsaufruf für das zeitgenössische Kunstfestival KLA ART 012. Eric bewarb sich darauf. Und als das Antwortschreiben kam und er sah, dass sein Konzept angenommen worden war, sprang er in der Bar seiner Mutter auf der Entebbe Road hoch in die Luft. Für das Festival produzierten er und sein Bruder den Animationsfilm Breezy Nuts, der in einem der zwölf Container des Festivals gezeigt wurde. Plötzlich war er mitten in der Kunstszene Kampalas angekommen und konnte viel selbstbewusster von sich sagen, Künstler zu sein – seine Familie, so sagt er, verstand beim Besuch des Festivals plötzlich, was Eric da eigentlich machte und dass es irgendwohin führen konnte.

Einer der Menschen, die er durch das Festival kennenlernte, ist Alex Lyons – ein britischer Filmemacher und Videokünstler. Bald hatten sie Ideen für gemeinsame Projekte. Und jetzt realisieren sie sie. Eric, Alex and Mugeni (jener Freund, der Kampala verlassen hatte, um in Nairobi zu studieren) ergeben ein Team fähiger und fokussierter Filmemacher mit kreativen Ideen – als Artists in Residence bei der Künstlervereinigung 32° East in Kansanga, Kampala. Ihre noch unveröffentlichten Projekte sind vielversprechend: Die drei Künstler arbeiten an verschiedenen experimentellen Dokumentar-Kurzfilmen, die sich jeweils mit einem Puzzleteil aus Kampalas urbanem Leben befassen. Und kleine Post-its am Regal in ihrem Büro deuten an, dass schon bald noch mehr kommen wird.

Chart Dimesions                        Life in no Lane

Das nächste Projekt der drei kann auf dem LaBa! Arts Festival am 25. Mai 2013 gesehen werden.


Kontakt: cliqueric@yahoo.com



von Dennis Große-Plankermann

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