Der Besuch der alten Dame - Deutsches Theater im GZK/ UGCS

Der schwarze Panter schleicht bedrohlich durch unsere Gassen
Am Eingangstor des Goethe-Zentrum Kampala/ Ugandan German Cultural Society GZK/ UGCS prangt für heute Abend das Ortsschild mit der Aufschrift „Güllen“. Die Besucher werden von einer gewissenhaften Polizistin durchsucht und werden nach dem „Security check“ vom Lehrer des hießigen Gymnasiums begrüsst. Alfred und Mathilde Ill sind in einen Streit vertieft und bemerken kaum die Neuankömmlinge. Es geht vorbei an weiteren Bürgern der Stadt, wie der Ärztin und natürlich der Bürgermeisterin, die die Besucher wilkommen heißt. Mysteriöser Weise schleicht da auch ein Panther durch dei Gegend, ein blinder Mann sucht sich seinen Weg und ein Turner scheint sich auf einen großen Auftritt vorzubereiten. Etwas geht vor sich in Güllen, die Bewohner sind aufgeregt und warten gespannt. Auf was warten sie?
Auf die Ankunft der Claire Zachanassian, mit ihren Milliarden. Sie soll dem bankrotten Dorf wieder auf die Beine helfen. Zur Begeisterung Aller verkündet sie im Wirtshaus auch bald, dass sie gerne bereit ist zu helfen. Jedoch nur unter einer Bedingung: „100 Milliarden für die Stadt, wenn jemand Alfred Ill tötet!“ Dieser Mann hatte damals die Vaterschaft ihres Kindes verleugnet, was dazu führte, dass sie das Dorf verlassen musste. Ein reicher Mann fand sie dann in einem hamburger Bordell. So wurde sie zu einer reichen Frau, die sich nun die Gerechtigkeit kaufen kann und Alfred Ills Tod für die Wiedergutmachung ihres Leids fordert. Zuerst steht das ganze Dorf einmütig hinter Ill – „Im Namen der Menschlichkeit“. Doch als sich die Dorfbewohner auf einmal Schuhe leiten können und in Ills Kleinwahrenladen teure Wahren auf Kredit kaufen, da merken auch die Zuschauer den fortschreitenden Stimmungsumschwung. So nimmt die Geschichte ihren unvermeidlichen Verlauf.
Im März 2013 hatte sich die Theatergruppe unter der Leitung von Mirjam Gille, Isabel Thaler und Dennis Große-Plankermann zusammen gefunden. 17 ugandische Studenten, die an der Makarere Universität oder am GZK/ UGCS deutsch lernen und in Kampala lebende Deutsche haben zusammen mit den drei Regisseuren innerhalb von drei Monaten das Theaterstück „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt einstudiert. Das Stück wurde dann am 15. Und 16. Juni 2013 mit großem Erfolg auf dem Gelände des GZK/ UGCS aufgeführt. Der Weg dahin war zwar nicht immer einfach, da die Probenzeiten sehr kurz bemessen und die Anwesenheit der Hobbyschauspieler nicht immer opitmal waren. Jedoch zeigte das Ergebniss, dass die Proben trotz Allem sehr fruchtbar und produktiv waren. Wie ja zumeist hier in Uganda: Am Ende war alles gut und nicht einmal die laute Musik unserer nigerianischen Nachbarn konnte die Premiere des schweizer Klassikers trüben.
Zwar spielte das Stück in einer deutschen Umgebung. Da gab es Züge, die von Hamburg nach München rauschten, ein Wirtshaus, in dem köllner Karnevallsmusik lief und natürlich die deutsche Sprache. Doch die Themen des Stückes, wie Moral und Rache sind auf alle Kulturen und Generationen zu übertragen und sind immer Bestandteil sozialer Interaktionen. Somit erlangt das Stück eine Internationalität, die ihm den Sinn verleiht es mit einer ugandisch-deutschen Theatergruppe in der Ugandan German Cultural Society in deutscher Sprache mitten in der Hauptstadt Ugandas aufzuführen.
Von Isabel Thaler



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