The 7th LaBa! Arts Festival - "Open Studio"
Am 25. Mai 2013 fand das 7. LaBa! Arts Festival auf der Mackinnon Road in Nakasero, Kampala statt. Es war die siebte Ausgabe des jährlichen Festivals, das 2006 von UGCS und der „Ugandan Artists Association“ gegründet wurde. Damals fand es auf der Bukoto Street statt und die teilnehmenden Künstler kreierten authentische Straßenkunst indem sie die vielen Schlaglöcher in der Straße in ihre Werke mit einbezogen.Sie benötigen den Flashplayer , um dieses Video zu sehen
Das LaBa! hat sich seit 2006 immer weiter entwickelt und wurde somit zu einem der größten Festivals in Uganda, das sogar im Reiseführer „Lonely Planet“ erwähnt wird. Immer mehr bildende Künstler, Designer, Fotografen, Tänzer, Filmmacher, Handwerker, Musiker und Performancekünstler kamen um ein Teil dieses Events zu sein. Bis 2012 war die einzige Teilnahmebedingung für die Künstler das Zahlen einer kleinen Gebühr für ihren Stand.
Mit dem wachsenden Interesse wurden auch viele Fragen aufgeworfen. Was ursprünglich einem Publikum das normaler Weise keine der Galerien in der Stadt besucht oder im Alltag überhaupt keinen Zugang zu Kunst hat, die bildende Kunst näher bringen sollte, wurde mit der Zeit zu einem farbenfrohen Markt unterschiedlichster Kunstformen, gefolgt von einem Abendkonzert. Nach einem erfolgreichen LaBa! 2012 beschloss das Komitee, gebildet aus GZK/ UGCS, einigen ugandischen Künstlern und anderen, in der Kunstszene Ugandas tätigen Leuten, dem Festival eine neue Richtung zu geben.
Wie können die Künstler herausgefordert werden? Wie kann die Auswahl authentischer ugandischer Kunst und Kunsthandwerk von statten gehen? Wie kann man weg vom Markt und hin zu einem Festival, das ugandische zeitgenössische Kunst fördert?
Für die 7. Ausgabe des Festivals mussten sich die Künstler mit einem Projekt bewerben, das sie während des Festivals unter dem Thema „Open studio“ realisieren sollten. Egal ob Modedesigner, Maler, Bildhauer oder Tänzer – die Besucher sollten die Möglichkeit haben hinter die Kulissen zu blicken und eine Idee davon bekommen, wie die Künstler arbeiten.
Das Komitee nominierte eine Jury, die sich aus Faisal Kiwewa (Direktor der Bayimba Cultural Foundation), Anna Kućma (Freiberufliche Kuratorin und Organisatorin des Uganda Press Photo Award), Katrin Peters-Klaphake (Kuratorin der Makerere Art Gallery), Dominic Muwanguzi (Journalist) and Carolin Christgau (Direktorin des GZK/ UGCS) zusammensetzte. Aus 70 Bewerbungen wählte die Jury 45 individuelle Künstler und Projekte als Teil des Festvials aus. Für die Musikbühne wurde ein ähnliches Verfahren eingeführt. Suzan Kerunen, Sängerin und Teil der Pearl Rhythm Community, Ife Piankhi – singende Dichterin und Dennis Große-Plankermann, Musiker und zu der Zeit Praktikant des GZK/ UGCS entschieden sich aus zahlreichen Bewerbern für 12 Künstler, die während des Festivals auf der Bühne auftraten.
Um eine interaktivere Atmosphäre zu schaffen entschied das Komitee den Hauptteil des Festivals von der Straße auf das Fußballfeld an der Mackinnon Road zu verlegen. Es wurden Bereiche geschaffen um die unterschiedlichen Künstler und Projekte vernetzten.
Und tatsächlich, den Besuchern wurde mehr geboten als nur bereits fertig gestellte Kunstwerke. Ein Spaziergang durch Secolliville, ein performancekunst Projekt von Collin Sekajugo, lud unter dem Titel „Imagine Kampala“ ein sich Kampala vorzustellen; fünf Galerien, die verschiedene ugandische Künstler repräsentierenten und einen Eindruck von der Wichtigkeit von Galerien für die bildende Kunst boten; unterschiedliche Organisationen, die ihre Arbeit im Kunst- und Kultursektor Ugandas präsentierten; die Yutta Konvictz Dance Society, die in Farbe auf der Straße und auf Leinwänden tanzte; eine Gartenschule, bei der die Besucher dazu eingeladen waren selbst Schmuck und Dekoration aus Naturmaterialien herzusellten; „Strange Fruit“: eine Camera Obscura in der das Publikum entdecken konnten, wie eine Linse funktioniert; Malerei, Videoanimationen, Dichtung, Tanzunterricht und -vorführungen, Backkunst, Keramik, T-Shirt Druckerei, Tätowierkunst, ein Modefotoshooting, eine Modenschau, Papieranfertigung, Schmuck, Stofffärben, traditionelle ugandische Kinderspiele, Trommelkreise, Kinderschminken... das sind nur ein paar der Aktivitäten, die die Besucher sehen und erfahren konnten, während sie von den Künstlern auch immer dazu eingeladen waren Fragen zu stellen und aktiv teilzunehmen.
Sogar das Bühnenprogramm war mehr als nur eine blose Abfolge von Musikern. Neben einigen jungen Künstlern, die zuvor noch nie vor einem so großen Publikum aufgetreten waren, wurde das wundervolle Straßentheater und -zirkusstück „Walk in Wonder World“ während des Festivals premiert und Faizal Mostrixx mit der Vizurii Dance Crew zeigten ihr erstaunliches Können. Der Abend wurde mit etablierten Musikern wie Suzan Kerunen, Rachael Magoola und Jamal abgerundet.
Natürlich gingen die Organisatoren ein Risiko ein, als sie die Künstler herausforderten sich zu bewerben und dem Festival eine neue Richtung vorgaben. Nach 7 Jahren war das Publikum an eine Straße mit aneinander gereihten Zelten gewöhnt. Wenn man nun noch den Regen um die Mittagszeit, einige technische Probleme, einige Künstler, die nie erschienen und nur halb so viele teilnehmende Künstler wie in 2012 in betracht zieht, könnte man es als einen Misserfolg deuten. Tatsächlichen hatten wir dieses Jahr „nur“ 3000 Besucher.
Doch wer sich die Zeit genommen hat um mit den Künstlern zu sprechen, wer ihnen dabei zugesehen hat, wie sie keine Mühen scheuten um ihre Arbeit in ihrem „Open Studio“ zu teilen, wer bis nach Sonnenuntergang blieb um zu bester ugandischer Musik zu tanzen – der kann das diesjährige LaBa! Sicherlich auch als Erfolg betrachten.
Natürlich stehen noch Verbesserungen an. Doch dies ist die beste Herausforderung für uns um das nächste LaBa! Arts Festival 2014 zu organisieren.
Das LaBa! Arts Festival 2013 „Open Studio“ war nur durch die Teilnahme, Kooperation, Unterstützung und Finanzierung der folgenden Künstler, Organisationen, Galerien und Sponsoren möglich:
Open Studios von: Strange Fruit, Mgbi Creations, Jon’B Arts Group, Ibrahim Katimbo, Charles Kamya, Hellen Nabukenya, Isaac Mugabi, Anwar Sadat Nakibinge, Ismael Kateregga, Bruno Sserunkuma, Pushing Art Africa, The Green Youth, Disabled’s Efforts for Development, Girl Be Project, Oribags Innovation, One & Only, VisionForAfrica, Simply African, Taloso Workshop, Japhet Ibanda, Teddy Nabisinke, Doreen Ntusiima, Grace Sheila Byeitima, Medman Designs, Julius Muyomba, Rasta Culture Fashion Collaboration, King Solomon’s Closet, Putting Sexy Back in the Movement, In Movement – Art for Social Change, Imagine Kampala, Batuuze Hip Hop Squad, Yutta Konvictz Dance Society, CIDI, UNCB, Bake Art, Pearl Rhythm Festival, Suat Tattoos, Buyonji Balls, Poetry Slam
Bühnenauftritte von: J-Saly, Kushe, Walk in Wonder World, Magic Hornz, Vizurii Dance Crew, Faizal Mostrixx, Hakim, Emilc Sinc, Juliet Sessanga, Sandy Soul, Ife Piankhi, Maraka Band, Jackie Akello, Suzan Kerunen, Rachel Magoola, Jamal
Galerien: Afriart Gallery, Mish Mash, Karibu Art Gallery, Nommo Gallery, Umoja Gallery
Organisationen: Alliance Française Kampala, German Tent, British Council, Bayimba Cultural Foundation
Sponsoren: Embassy of the Federal Republic of Germany, KfW Development Bank, Embassy of Sweden, Orange, Royal Norwegian Embassy, XL Events, Coca Cola, WBS, Tella Services, DMARK Mobile, Definition Africa, Bin It! Services, Wavah Water, GraphiCunsult, Bayimba Cultural Foundation, Spear Motors Limited, British Council, Radio One
Von Katharina Neidhardt



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