Geschichte & Die afroamerikanische Bevölkerung
An der Stelle, an der das heutige Atlanta liegt, wurde 1836 die Endstation der Western and Atlantic Railroad geplant. Der Ort erhielt deshalb zunächst den Namen Terminus (lat. Grenze, Ende). Kurze Zeit später hatte sich schon eine kleine Stadt entwickelt, die in Marthasville (nach der Tochter des damaligen Gouverneurs von Georgia, Martha Lumpkin) umgenannt wurde. 1845 erhielt die Stadt ihren heutigen Namen, Atlanta (weibliche Form von Atlantik), sie blieb jedoch bis zu Beginn des Bürgerkrieges nur ein kleines Zentrum des Güterverkehrs.
Als 1861 der Bürgerkrieg begann, hatte die Stadt 9000 Einwohner. Wegen seiner Funktion als Handelspunkt in den Südstaaten wurde Atlanta von den Konföderierten Staaten als Zentrum ihrer Munitionsindustrie auserkoren und wurde Zielscheibe der Kriegsparteien.
1864 wurde die Stadt 107 Tage belagert. Danach wurde sie evakuiert, aber nur wenige Monate später kamen die Bewohner zurück und bauten ihre Stadt in rasantem Tempo wieder auf. Denn in Atlanta waren durch den Bürgerkrieg etwa 90% der Gebäude zerstört worden. 1868 löste Atlanta Milledgeville als Hauptstadt des Bundesstaates Georgia ab. War das ursprüngliche Atlanta 1836 als Endposten der Western Atlantic Railroad entstanden, so entwickelte sich das moderne Atlanta 1925 mit der Grundsteinlegung des Flughafens. Schon 1955 war der Hartsfield Airport mit 2 Millionen Flugpassagieren derjenige mit dem höchsten Passagieraufkommen landesweit geworden. Heute ist er der größte Flughafen der Welt.
Nach dem Bürgerkrieg erfuhr die Stadt einen enormen Zustrom afroamerikanischer Einwanderer: Ende des 19. Jahrhunderts waren 43% der Gesamtbevölkerung Atlantas afroamerikanischer Abstammung. Sie etablierten eigene Viertel wie Washington Park and Sweet Auburn und Institutionen wie das Atlanta University Center. Atlanta wurde zum Zentrum der Civil Rights Bewegung.
Martin Luther King Jr. wurde 1929 hier geboren. Nachdem er seinen Doktor an der Boston University gemacht hatte und 1955 in Montgomery erfolgreich einen Aufstand gegen die Rassentrennung in Bussen angeführt hatte, kam er 1960 zurück nach Atlanta. Er war Mitgründer und Präsident der Southern Christian Leadership Conference und wurde Copastor der Ebenezer Baptist Church. 1960 wurde Dr. Martin Luther King Jr. und 51 weitere Afroamerikaner wegen eines sit-in verhaftet, den sie aus Protest gegen die Rassentrennung in Rich’s Department Store durchgeführt hatten. Bereits 1961 wurde in Atlanta die Rassentrennung in Schulen abgeschafft. 1964 wurde Martin Luther King Jr. der Friedensnobelpreis verliehen. Am 4. April 1968 wurde King auf dem Balkon eines Motels in Memphis, Tennessee erschossen.
Aber auch über Martin Luther King Jr. hinaus kommt den Afroamerikanern eine bedeutsame Rolle zu. Sie bilden eine breite Mittelschicht und 1973 wurde erstmals ein Afroamerikaner zum Bürgermeister gewählt. Viele afroamerikanische Bürgermeister folgten. Die Wohngebiete in Atlanta sind trotzdem auch heute noch stark in schwarze und weiße Viertel aufgeteilt.










