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Jurek Becker: Jakob, der Lügner

Book Club Diskussion
Dienstag, den 8. Dezember 2009, 18:30 Uhr
Goethe-Institut Boston
Auf Deutsch
Info: +1 617 2626050 oder
barbeskin@aol.com

In diesem Roman aus dem Ghetto geht es nicht um Widerstand, sondern um ein Heldentum ganz anderer Art. Es ist eine leise, melancholisch-heitere und kunstvoll komponierte Geschichte, die ohne Fantasie und Menschlichkeit nicht denkbar wäre und deren Held ein "Lügner aus Barmherzigkeit" ist.

Obwohl er selbst im Ghetto von Lodz aufwuchs und seine Mutter von den Nationalsozialisten ermordet wurde, gelingt es Jurek Becker, ohne pathetische Anklagen, aber mit viel Humor in seinem 1969 erschienenen ersten Roman Jakob der Lügner das Leben unter der nationalsozialistischen Willkür zu schildern. Jakob der Lügner ist tragikomisch, aber Jurek Becker verharmlost nichts und verfällt auch keinem Euphemismus. Gerade weil er weder spektakuläre Szenen noch großartige Helden vorführt, sondern mit einfühlsamer Liebe zum Detail und vielen originellen Einfällen vom Alltagsleben der kleinen Leute in einem Ghetto erzählt, bleibt der Leser betroffen zurück.

Jakob der Lügner wurde 1974 von Frank Beyer und 1999 von Peter Kassovitz verfilmt. Es gibt den Roman Jakob der Lügner auch in einer von Jurek Becker selbst gelesenen gekürzten Fassung.

Jurek Becker: Jakob, der Lügner, Roman, 2008,
(Erstersch. 1969), Taschenbuch: 282 Seiten
ISBN-10: 3518372742, ISBN-13: 978-3518372746

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