Zum 25-jährigen Jubiläum des Goethe-Instituts Chicago im Oktober 2003
Angedenken an das GuteHält uns immer frisch bei Mute.
(Remembrance of what is good
keeps us in high spirit.)
- Goethe -
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| 25 Jahre Goethe-Institut Chicago |
Jede Geschichte kann mit Zahlen oder Namen beschrieben werden. Dazu gehört zum Beispiel der Familienname, das Alter oder die Orte, in denen man gelebt hat, sowie Aufzählungen und Statistiken, die in unseren Lebenslauf gehören. Jeder, der schon einmal einen solchen Lebenslauf geschrieben hat, ist mit dieser speziellen Art der Geschichte vertraut. Auch das Goethe-Institut Chicago kann eine solche Geschichte aufweisen, sogar eine sehr umfangreiche.
Während seines 25-jährigen Bestehens hatte das Institut sechs Institutsleiter – Friedrich A. Schultze (kein Foto verfügbar), Wolfgang Ule, Walter Breuer, Hans-Georg Knopp, Manfred Heid und Rüdiger van den Boom – hunderte Sprachkurse und noch viel mehr kulturelle Veranstaltungen. Diese reichen von Lesungen über Filme bis zu Ausstellungen und Konzerten. Zwar gibt diese Aufzählung einen guten Einblick in die Arbeit des Instituts, jedoch fehlt ihr etwas ganz entscheidendes: Die dynamische Art der Leiter, die das Institut voran gebracht haben und es zu dem gemacht haben, was es heute ist. Diese Seele kann, wenn überhaupt, nur erfasst werden, indem man die Entwicklung des Instituts, und die Veränderung der kulturellen Umgebung, betrachtet. So wurde beispielsweise das Goethe- Institut Chicago kurz nach dem Tod des bekannten und vor allem beliebten Bürgermeisters Richard Joseph Daley gegründet.
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| W.Ule |
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| W. Breuer |
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| H.G.Knopp |
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| M.Heid |
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| R.v.d.Boom |
Am 1. Oktober 1978 bezog das Institut sein erstes offizielles Quartier im Equitable Building- 401 North Michigan Ave. Bereits im Januar 1979, als Chicago unter dem bekannten Schneesturm versank, wurden die ersten Sprachkurse angeboten. (Das Wort „Schnee“ war also eines der ersten deutschen Wörter, die die Studenten lernten.) Schon im darauf folgenden April wurde die Bücherei eröffnet; und nur einige Tage später gab es die erste Vorführung eines deutschen Films; und das zu einem Zeitpunkt, als die Internationale Filmszene Chicagos noch in den Kinderschuhen steckte. Das Goethe- Institut Chicago wurde in seinem ersten Jahr häufig als „funky“ oder „unformed“ bezeichnet. Allerdings kann man sagen, dass diese Beschreibung nicht nur auf das Institut, sondern auch auf Chicago zutreffend war. Denn auch die Metropole befand sich zu diesem Zeitpunkt im Wandel: Vor allem der Loop entwickelte sich. – So etablierte sich beispielsweise die alternative Kunstszene der Stadt zunehmend; und mit ihr die Galerien und Theater. Der erste Deutschkurs entwickelte sich schnell zu einem großen Kursangebot mit allen Sprachstufen, und von da aus weiter zu spezialisierten Kursen, wie Wirtschaftsdeutsch.
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| 401 North Michigan Ave., wo wir bis 1998 untergebracht waren |
Diese Entwicklung war jedoch eher auf die lokale Umgebung begrenzt. Dies änderte sich, als 1989 die Berliner Mauer fiel: Innerhalb der folgenden Jahre konnte jeder Zeuge der deutschen Wiedervereinigung, nach 44 Jahren Trennung, werden. Dies war natürlich ein Anlass zum Feiern, allerdings gab es durch diese Veränderung innerhalb Deutschlands auch einige Umstrukturierungen des Instituts. Sowohl das Geld als auch die generelle Aufmerksamkeit richtete sich nun auf die neuen Bundesländer im Osten von Deutschland. Das Goethe- Institut musste, wie andere vom Bund unterstützte Organisationen, finanzielle Kürzungen und Umstrukturierungen erfahren. Zu diesem Zeitpunkt mussten viele Goethe- Institute innerhalb der Vereinigten Staaten ihren Service reduzieren, oder wurden sogar geschlossen. Das Goethe- Institut Chicago zog in eine kleinere Unterkunft in das Smurfit- Stone Gebäude auf der Michigan Avenue. Die Kooperation mit lokalen Partnern wurde um so wichtiger, um kulturelle Veranstaltungen auf die Beine zu stellen; Lesungen und Filmvorführungen werden weiterhin in den Räumen des Instituts abgehalten; außerdem gibt es mehr Klassenräume als in der alten Niederlassung. Man kann also sagen, dass es innerhalb der letzten 20 Jahre viele Veränderungen gab. Zum Beispiel kommen heutzutage Schüler mit Laptops zum Unterricht - damals waren Sprachlabore der neuste Stand. Aber nicht nur tragbare Computer wurden entwickelt; 1978 wurde ein Gerät erfunden, das sich Handy nennt... Trotzdem -
Manche Dinge ändern sich nie: So sind unsere Studenten immer noch sehr motiviert; und auch die Besucher unserer kulturellen Veranstaltungen sind stets fasziniert von der deutschen Kultur. Auch die Mitarbeiter des Instituts glauben weiterhin daran, dass man mit kulturellem Wissen die Welt verändern kann.















