Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreis 2013
Preisverleihung
Montag, den 03. Juni 2013 um 18 Uhr
Fine Arts Building, 10th Floor, Curtiss Hall, 410 S. Michigan Ave, Chicago
Englisch
Montag, den 03. Juni 2013 um 18 Uhr
Fine Arts Building, 10th Floor, Curtiss Hall, 410 S. Michigan Ave, Chicago
Englisch
Mit dem Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreis wird jedes Jahr im Juni eine herausragende Literaturübersetzung vom Deutschen ins Englische ausgezeichnet, die im vorangegangenen Jahr in den USA veröffentlicht wurde. Der Preisträger erhält eine mit 10.000 $ dotierte Auszeichnung. Der Preis wurde erstmalig 1996 vom Goethe-Institut Chicago verliehen und wird von der deutschen Regierung finanziert.
Philip Boehm wurde für seine Übersetzung von Gregor von Rezzori's Ein Hermelin in Tschernopol, im Englischen erschienen unter dem Titel An Ermine in Czernopol (New York Review of Books, 2012), von einer fünfköpfigen Jury zum Gewinner des diesjährigen Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreises ausgewählt. .
Die Mitglieder der Jury waren in diesem Jahr:
David Dollenmayer, Hopkinton, MA
Krishna Winston, Middletown, CT
Karen Noelle, Germany
Michael Ritterson, Gettysburg, PA
Susan Harris, Chicago, IL
Die Begründung der Jury:
"Es gibt Wirklichkeiten abseits und jenseits dieser unserer Wirklichkeit, die--als die einzige uns bekannte--uns als die einzige vorhandene erscheint." So beginnt Gregor von Rezzori’s Erzählung „Ein Hermelin in Tschernopol“. Es ist seine brillante Auseinandersetzung mit einer Stadt, in der Rumänen, Ukrainer, Ungaren, Armenier, Deutschstämmige, im Exil lebende Russen, Juden, Zigeuner und weitere Ethnien nach dem Ersten Weltkrieg Seite an Seite in einer ruhelosen Koexistenz leben. Philip Boehms virtuose Übersetzung fängt dabei Rezzoris stilistisches Feuerwerk in vollen Umfang ein, sowohl seine abschweifende und oft urkomische Prosa als auch das die unter der Oberfläche liegende Lebensgefühl. Aus der naiven jedoch wissenden Sicht eines Kindes lässt uns der Erzähler einem Wirwarr aus ethnischen Stimmen zuhören und uns einer langsam sich anbahnenden Katastrophe zuschauen. Durch seine Übersetzung, die reich ist an Alliteration, Assonanz, kunstvollen Satzstrukturen und wechselnden Rhythmen, vermittelt Philip Boehm dem englischsprachigen Leser ein weiteres Meisterwerk des Autors von „Memoiren eines Antisemiten“.
Philip Boehm übersetzte zahlreiche Werke deutscher und polnischer Schriftsteller, darunter Ingeborg Bachmann, Franz Kafka, unnd Stefan Chwin. Für das Theater schrieb er Stücke wie Mixtitlan, The Death of Atahualpa, und Return of the Bedbug. Für seine Arbeit erhielt er bereits Auszeichnungen von der American Translators Association, der U.K. Society of Authors, denm NEA, der PEN America, dem Austrian Ministry of Culture, dem Mexican-American Fund for Culture sowie dem Texas Institute of Letters. Er wurde kürzlich mit einem Stipendium der John Simon Guggenheim Stiftung ausgezeichnet. Philip Boehm lebt in St. Louis, wo als künstlerischer Direktor am Upstream Theater tätig ist.
Donald O. White erhält für seine Übersetzung von A.V. Thelens Roman The Island of Second Sight (Overlook Press,2012) eine Ehrenurkunde. Die Jury begründet die Entscheidung: Donald O. White hat den vielstimmigen, genüsslichen Humor in Albert Vigoleis Thelens „Insel des zweiten Gesichts“ mit unnachahmlicher Treffsicherheit ins Englische übertragen. Ihm ist es zu verdanken, dass dieses so umfangreiche, virtuose Werk des 20. Jahrhunderts nun endlich auch die englische Sprachwelt begeistern kann.
Der Preis wird von Herrn Dr. Christian Brecht, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Chicago, überreicht.
Anmeldung ist dringend erforderlich.
info@chicago.goethe.org
oder Tel.: 312 263 0472




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