Modernes Leben

Sport tut Deutschland gut!

3HintergrundtextCopyright: MEV/Succes`S Inc.Unter dem Motto "Sport tut Deutschland gut!" stellt der Deutsche Sportbund (DSB) – die Dachorganisation der Deutschen Sportverbände – die vielfältigen Leistungen der über 80.000 Sportvereine mit rund 27 Millionen Mitgliedern (davon mehr als 10 Millionen Mädchen und Frauen) in Deutschland dar. Sport setzt viele(s) in Bewegung – vom Breitensport für Jung und Alt bis zu Höchstleistungen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, die in der deutschen Öffentlichkeit stets eine hohe Aufmerksamkeit genießen. Das Sportinteresse ist enorm und beschränkt sich nicht nur auf das Zuschauen.

Längst hat der Sport im Alltag eine wichtige Rolle eingenommen, Joggen oder Rad fahren kommen im Stadtbild ebenso selbstverständlich vor wie Jugendliche auf dem Skateboard oder beim Streetball spielen. Die Inlineskater haben die Straßen erobert – in Städten wie Berlin oder Frankfurt sind es im Sommer oft Tausende, die gemeinsam an abendlichen Aktionen teilnehmen. Mehr als eine Million Deutsche legen jährlich das Deutsche Sportabzeichen – ein Leistungstest in verschiedenen Disziplinen – ab.

Die ehrenamtlich geführten Vereine sind wesentlich für die Lebensqualität in den Kommunen, sie bringen die Menschen zusammen, integrieren unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und bieten die große Palette der Sportarten an. Allen voran der Deutsche Fußballbund mit 6,3 Millionen Mitgliedern vor dem Deutschen Turnerbund (5 Millionen Mitglieder) und dem Deutschen Tennisbund (1,8 Millionen Mitglieder). Kinder und Jugendliche stehen im Mittelpunkt der Arbeit, ein Viertel der unter sechs Jahre alten Kinder und mehr als die Hälfte der 7 bis 14-jährigen gehören einem Sportverein an. Hier zeigt sich gelebte Solidarität, indem die Erwachsenen mit freiwilligem Einsatz für die Jüngsten ein wichtiges Angebot zur Freizeitgestaltung, aber auch zum Hereinwachsen in die Gesellschaft ermöglichen.

Sport in der Gesundheitspolitik

Zunehmend gewinnen gesundheits-orientierte Angebote an Bedeutung. Prävention und Rehabilitation durch Sport sind inzwischen Bestandteil einer modernen Gesundheitspolitik. Dabei sind es vor allem die Frauen, die hier ihre Domäne haben, während die Männer weniger sorgsam mit sich und ihrem Körper umgehen. Sie bevorzugen dagegen auch in den älteren Jahrgängen den Leistungssport und machen die wachsende Schar der Wettkampfsportler in allen Altersklassen aus. Mit der weiteren demographischen Entwicklung ist in den kommenden Jahren ein Anwachsen der Sportangebote für Ältere zu erwarten.

Nachholbedarf gibt es in den östlichen Bundesländern, die nach dem Fall der Mauer 1989 in vielen Sportarten Vereine und Strukturen neu aufbauen mussten. Sie haben zwar im Spitzensport die Nase vorne – hier stellen sie den überwiegenden Anteil der erfolgreichen Nationalmannschaften - ihnen fehlt aber oft noch die ausreichende Infrastruktur für den Breitensport.

Sportförderung

Wichtigste Förderer des Sports in Deutschland sind die Kommunen, die nicht nur die Vereine bezuschussen, sondern die Sportstätten – insbesondere Sportplätze und -hallen sowie Schwimmbäder – bereit stellen und unterhalten. So fließen jährlich rund 3,1 Milliarden Euro kommunale Mittel in den Sport, weitere 668 Millionen Euro kommen von den Bundesländern. Die deutsche Bundesregierung unterstützt im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen Zuständigkeit mit ca. 130 Millionen Euro den Spitzensport und stellt außerdem bei Bundeswehr, Bundesgrenzschutz und Zoll Sportförderplätze für die besten Athletinnen und Athleten zur Verfügung. Diese können dadurch Spitzensport und Beruf optimal miteinander kombinieren und haben – sozial abgesichert – bereits eine große Zahl von internationalen Erfolgen erringen können. Trotzdem geht im Sport nichts ohne die Wirtschaft, die z.B. der Stiftung Deutsche Sporthilfe dabei hilft, mit über 10 Millionen Euro im Jahr Spitzensportler/innen aus allen Sportarten zu fördern. Vom Sponsoring dagegen profitieren vorrangig die Fernsehsportarten, an der Spitze Fußball mit den höchsten Einschaltquoten, aber auch der Breitensport. Sportartikelindustrie, Tourismus, kommerzielle Sportanbieter – sie alle haben Teil an der Entwicklung. So ist der Sport ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit Milliardenumsätzen und mehreren 100.000 Arbeitsplätzen in Deutschland geworden.

Immer wieder in der Diskussion ist der Schulsport, dessen Bedeutung für die gesamte persönliche und schulische Entwicklung der Kinder nicht von allen Verantwortlichen – das schließt viele Eltern ein - ausreichend anerkannt wird. Im Zuge der aktuellen Debatte um das deutsche Schulsystem wird eine Aufwertung dieses Faches angestrebt. Immerhin bieten die meisten deutschen Hochschulen Sport als Studienfach an, das Bundesinstitut für Sportwissenschaften in Bonn koordiniert die wissenschaftliche Arbeit und die Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte (FES) in Berlin tüftelt Neuerungen an Sportgeräten aus, damit deutsche Olympioniken auch bei künftigen Olympischen Spielen erfolgreich sind. Die Erfahrungen werden international weitergegeben – im Rahmen der sportlichen Entwicklungshilfe reisen deutsche Fachleute in viele Länder und unterstützen dort den Sport.

Deutschland richtet alljährlich eine Vielzahl internationaler Spitzenveranstaltungen im Sport aus. 2006 etwa findet hier die Fußball-Weltmeisterschaft statt – dafür werden in 12 Städten moderne Fußball-Arenen gebaut, schon jetzt ist die damit verbundene Aufbruchstimmung vielerorts zu spüren. Dahinter steckt der Gedanke, Gastgeber zu sein für die sportliche Jugend der Welt, damit Brücken zu bauen zwischen Nationalitäten, Religionen und Kulturen. Denn schließlich tut Sport weltweit gut!

Sylvia Schenk

Sylvia Schenk ist Juristin, 1989 - 2001 Stadträtin in Frankfurt am Main, Dezernentin für Recht, Sport und Frauen , 1972 Deutsche Meisterin im 800 m - Lauf, 9. der Olympischen Spiele in München; bis 2004 Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer e.V., Mitglied im Direktionskomitee (Präsidium) der Union Cycliste International (Radsport-Weltverband), Persönliches Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee, Vorsitzende des Ausschusses Recht, Steuern, Versicherungen des Deutschen Sportbundes.
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