Tobias

Vorurteile im Realitätscheck

Wir vom Todo-Alemán Team möchten wissen, wie man als Praktikant in den USA zurecht kommt. So fragten wir Tobias aus München, der ein 6-monatiges Praktikum bei BMW Group DesignworksUSA in Los Angeles in Kalifornien absolvierte.


Was hat dich dazu bewegt, ein Praktikum in den USA zu machen?

Ich wollte das Praktikum unbedingt außerhalb Deutschlands absolvieren, um für eine bestimmte Zeit ein völlig neues Umfeld zu erleben. Zudem wollte ich gerne in eine wetterfreundliche Region – von daher schied England aus – und möglichst am Meer leben. Deshalb hat sich Südkalifornien eigentlich schon fast aufgedrängt und als dann die Zusage kam, musste ich nicht mehr lange überlegen! Ein weiterer Grund für die Wahl des Landes war, dass man durch die Medien sehr viele positive und negative Vorurteile über die USA hat und ich diese einem Realitätscheck unterziehen wollte.

Wie lebt es sich eigentlich in den USA als Deutscher?

Das hängt unter anderem von der finanziellen Unterstützung ab. Kalifornien ist generell relativ teuer und man benötigt unbedingt ein Auto, da praktisch kein öffentliches Verkehrsnetz existiert. Falls man also ein Stipendium erhält oder von einem Unternehmen bezahlt wird, kann man die „grenzenlose Freiheit“ und den lockeren Lebensstil in vollen Zügen genießen. Die Amerikaner sind von Grund auf sehr freundliche Menschen und geben einem stets das Gefühl, in diesem Land kein Fremdkörper zu sein.

Wie wichtig ist es, die Sprache zu beherrschen?

Da Amerikaner üblicherweise nur die englische Sprache beherrschen – ausgenommen von Kalifornien, das eine hohe Anzahl spanischsprachiger Einwohner hat – ist es sehr wichtig, die Sprache zumindest im Ansatz zu sprechen. Es kommt auch immer stark darauf an, wofür man in den Vereinigten Staaten ist. Bei einem Praktikum sollte das Englisch auf einem gewissen, mittelmäßigen bis guten Niveau sein, während man sich bei einem Semester an einer Universität anfangs auch mitziehen lassen kann. Da man die Sprache ohnehin jeden Tag spricht, lernt man diese in der Regel sehr schnell und effektiv. Auf jeden Fall gilt: sprechen, sprechen, sprechen, nur so verbessert man sich!

Beschreib uns deine Strategie, dich zu integrieren.

Am wichtigsten ist es meiner Meinung nach, sich gegenseitig zu respektieren. Amerikaner fragen zum Beispiel bei der Begrüßung stets, wie es einem geht, auch wenn man nur nach dem Weg fragt oder ein Geschäft betritt. Daraufhin sollte man sehr höflich antworten und den Gegenüber selbst nach seiner Befindlichkeit fragen. Wer dieses „Ritual“ beherrscht, dem kann eigentlich nicht mehr viel passieren! Des Weiteren habe ich versucht, möglichst viel Kontakt zu Amerikanern zu halten, um deren typische Lebensweise kennen zu lernen.

Was war dein eigenartigstes Erlebnis während deines USA-Aufenthaltes?

Auf Grund der kulturellen Unterschiede erscheint einem Europäer in den USA so Einiges als eigenartig. Zum Beispiel ist es strengstens verboten, eine Bierflasche im Innenraum eines Autos zu transportieren. Außerdem sind Amerikaner sehr sportbegeistert, was sich unter anderem daran zeigt, dass sogar Universitäten Football-Stadien mit über 100.000 Zuschauerplätzen haben und diese bei Spielen auch gefüllt werden. Aber gerade diese Unterschiede machen doch einen Aufenthalt in einem fremden Land erst interessant und erstrebenswert!

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