German Traces: Das unsichtbare Erbe erlebbar machen

Auf den Spuren deutscher Wurzeln mit dem Handy durch New York City.

Mehr als 42 Millionen Menschen in den USA gaben im Jahr 2000 an, deutsche Wurzeln zu haben. Das ist eine der größten Abstammungsgruppen in den Vereinigten Staaten. Die meisten Einwanderer kamen zwischen 1840 und 1945 ins Land.
Um die kulturellen Spuren, die sie hinterließen, wieder sichtbar zu machen, hat das Goethe-Institut New York zusammen mit dem PRATT-Institute die Idee umgesetzt, das architektonische, literarische und soziale Erbe der deutschen New Yorker in Form einer App für das Handy zugänglich zu machen.
Brigitte Doellgast, Leiterin der Bibliothek des Goethe-Instituts New York ist eine der Ideengeberin und unterstützt das Projekt German Traces NYC nach allen Kräften, weil „in den letzten 100 Jahren viel in Vergessenheit geraten ist, und wir vom Goethe-Institut die deutschen Wurzeln unter dem Mantel der Geschichte wieder sichtbar machen möchten”.
Ein moderner Schritt – der ganz pragmatisch den mit Handy ausgestatteten Nutzer zu den Stätten deutschen Wirkens in New York City führt. Hinter dem Stichwort „angereicherte Wirklichkeit” verbirgt sich zum Beispiel die Ottendorfer Library im East Village in Manhattan. Diese Filiale der New York Public Library eröffnete im Jahr 1884 und wurde nach Plänen des deutschen Architekten William Schickel gebaut und von Owald Ottendorfer, dem Herausgeber der New-York-Staatszeitung finanziert. Die App zeigt dem Nutzer beim Vorbeigehen am Gebäude, wie es früher aussah, und liefert interessante Infos zu Bau und Geschichte. Auch die Brooklyn Bridge, der Astor Place und Macy´s gehören zu den Orten, an denen die App einen Blick in die Vergangenheit gewährt.
Zielgruppe für diese moderne Form von Geschichtsaufbereitung sind Schüler und Studenten. „Alles ist zweisprachig gehalten und auf etwas einfacherem Sprachniveau, damit es auch für Schüler verständlich ist”, merkt Brigitte Doellgast an.

Mit der Umsetzung ist das PRATT-Institute betraut. Hier kümmert sich Associate Professor Dr. Debbie Rabina mit ihrem Team, bestehend aus Studierenden der Bibliothekswissenschaft, darum, deutschen Spuren in New York City zu folgen und daraus Geschichten zu entwickeln. Assistant Professor Dr. Anthony Cicciolo ist für die technische Implementierung zuständig. Er sorgt dafür, dass die Inhalte auf dem Handy abrufbar sind. Sowohl der Browser Layar als auch der Browser des Telefonanbieters machen es möglich, die App zu nutzen.
Um das Ganze auch für Geschichtsmuffel interessant zu gestalten, bietet die App spielähnliche Komponenten. Zum Beispiel können Nutzer Punkte dafür bekommen, dass sie bestimmte Fragen über Deutsche in New York richtig beantwortet haben. Diese „Errungenschaft” kann dann auf Facebook gepostet werden.
Offiziell wurde German Traces bei dem Launch am 2. Dezember im Goethe-Institut New York vorgestellt. Interessiert? Die App bekommst du hier: www.germantracesnyc.org
Copyright: Todo Alemán
Dezember 2011
Originalsprachen: Deutsch und Englisch






