2002

Anthea Bell
Preisträgerin des Helen und Kurt Wolff-Übersetzerpreises 2002

Die Übersetzerin Anthea Bell wurde von einer fünfköpfigen Jury als Preisträgerin des Helen und Kurt Wolff-Preises 2002 für ihre außergewöhnliche Übersetzung von W.G. Sebalds Austerlitz ausgewählt, die im vergangenen Jahr von Random House veröffentlicht wurde. Die Auszeichnung, die vom Goethe-Institut Chicago verliehen wird, wurde Anthea Bell vom Deutschen Generalkonsul von Chicago im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am Montag, dem 3. Juni 2002, in der Newberry Library, 60 W. Walton Street, Chicago, überreicht.

Michael Heim (Los Angeles) fungierte als Vorsitzender der Jury, die weiterhin aus Susanne Höbel (Hamburg), Burton Pike (New York), Krishna Winston (Middletown, CT) und John E. Woods (La Mesa, CA) bestand.

Die Jury lobte Anthea Bell für ihre einzigartige Fähigkeit, „den Reichtum des deutschen Textes in einem ebenso reichhaltigen Englisch zum Ausdruck zu bringen“ und hob bezüglich der Komplexität der Sprache Sebalds hervor, dass die Übersetzerin „erfolgreich in die Tat umsetzte, was eigentlich unmöglich erscheint: sie verhilft uns dazu, unseren Unglauben aufzugeben und zu fühlen, dass wir, während wir Englisch lesen – wirkliches Englisch –, gleichzeitig auch deutsch lesen.“

Anthea Bell wurde in Suffolk geboren, besuchte das Somerville College in Oxford und arbeitet seit Jahren als Übersetzerin, hauptsächlich des Deutschen und Französischen. Ihre Übersetzungen umfassen Sachliteratur (Biografien, Werke zu Politik, Sozialgeschichte, Musik und Kunstgeschichte), Belletristik und Jugendliteratur wie deutsche Klassiker von den Brüdern Grimm, Clemens Brentano, Wilhelm Hauff und Christian Morgenstern. Unter den neueren Übersetzungen finden sich E.T.A. Hoffmanns „The Life and Times of Tomcat Murr“ (Penguin Classics 1999) und Lilian Faschingers „Vienna Passion“ (Review 2000). Anthea Bell war Mitglied der Translators' Association und der Jury des deutschen Schlegel-Tieck-Übersetzerpreises in Großbritannien. Ihr wurden mehrere Übersetzerpreise und Auszeichnungen verliehen, darunter der Schlegel-Tieck-Preis 1987 für ihre Übersetzung von Hans Bermans „Stein und Flöte“ (Viking) und der Marsh Award for Children`s Literature in Translation für Christine Nöstlingers „A Dog`s Life“. Sie lebt in Cambridge und hat zwei erwachsene Söhne.

Michael Ritterson fand für seine Übersetzung von Wilhelm Raabes Roman „The Odin Field“ (Camden House 2001) lobenswerte Erwähnung. Die Jury hob seine geschickte Wiedergabe des ironischen, fast morbiden Humors des Autors hervor und lobte seine Wahl, „einen weitgehend unbekannten Schriftsteller ins Blickfeld der amerikanischen Öffentlichkeit gerückt zu haben.“

Jurymitglieder:
Michael Heim, Vorsitz
Susanne Höbel
Krishna Winston
Burton Pike
John E. Woods

    Fotogalerie:

    Bilder der Preisverleihung am 2. Juni 2002 in der Newberry Library Chicago Mehr ...

    Eingereichte Bücher:

    Die folgenden Bücher wurden 2002 eingereicht: Mehr ...

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