Aus einem Freundschafts-T-Shirt wird eine ganze Kollektion – Münchner Skater- und Snowboard-Modelabels

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Seit den 1990er-Jahren hat sich in München eine eigene Skate- und Snowboardszene als Subkultur entwickelt. Mit dem Zuwachs an Skateboard- und Snowboardfahrern entstanden auch eigene Modelabels. Kleine, junge und kreative Marken experimentieren in Münchner Ateliers mit ihren Ideen. Es sind Labels wie unitedskateboardartists, ISENSEVEN oder ZKHT, die inzwischen den Sprung in die Professionalität geschafft haben. Das Münchner Label unitedskateboardartists wurde im Jahr 1998 von den drei Skateboardern Phil Pham, Matt Wiegele und Kryshi Mirkovic gegründet. Alles fing an mit einem Freundschafts-T-Shirt, auf dem die Silhouette eines Skateboarders in einem Stern zu sehen war. Schnell entwickelte sich unitedskateboardartists zu einer „Skateboard-Crew“. Das bedeutet ein Zusammenschluss verschiedener Skateboarder, deren Ziel es war, das Label auf internationalen und nationalen Skateboardcontests und Events zu vertreten. Dennoch blieb der freundschaftliche Aspekt neben dem Business immer erhalten. Do-it-yourself in einem Münchner AtelierInzwischen ist das Label mit den Initialen USBA ein wichtiger Bestandteil der deutschen Skateszene und aus den Skateläden und Internetshops nicht mehr wegzudenken. Besondere Merkmale sind bunte Farben und schlichte Aufdrucke sowie Jute und Baumwollstoffe. Von Anfang an stand Do-it-yourself (DIY) für die Gründer an erster Stelle. In ihrem Atelier bedrucken sie noch heute sämtliche Textilien von Hand. Sie lassen sich von Freunden inspirieren, Anregungen aus dem Bekanntenkreis werden dankend angenommen. Nichts an USBA wirkt gekünstelt oder unecht, mit Spaß und Tatendrang kreieren sie immer wieder neue auffallende Zeichnungen oder Grafiken für den späteren Druck. Inzwischen sieht man auch in anderen deutschen Städten Jutebeutel mit dem überdimensionalen unitedskateboardartists-Schriftzug oder bunte Hoodies mit diskretem Logobesatz. |
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Unisex für SkateboarderAuf größeren Skateboardveranstaltungen darf neben unitedskateboardartists auch das Label ZKHT nicht fehlen. Es wurde 2008 gegründet und entstand in Folge einer Diplomarbeit im Fach Kommunikationsdesign von Nico Winzinger. Der Plan war es, ein Fashion-Label im Bereich Skateboard und Snowboard zu gründen, das für Unisexmode steht. Der Stil von ZKHT unterscheidet sich grundlegend von USBA. Verrückte Motive, Neonfarben und außergewöhnliche Schnitte sind hier prägnante Stilmittel. Jeder Entwurf ist eigens von ZKHT angefertigt und eine Besonderheit stellen multifunktionale Accessoires dar. Wie zum Beispiel das Shake-beanie, das man durch Schütteln entweder zu Mütze, Stirnband oder Neckwarmer verwandeln kann.In den Entwürfen der Geschäftsführerin Nico Winzinger werden Erlebnisse und Gefühle widergespiegelt. Es sind „festgehaltene Erinnerungen“ erklärt sie. Traumwelt und Realität stoßen aufeinander. Comic wird mit Realem vermischt und fantastische Fabelwesen auf T-Shirts gedruckt. Die letzte Kollektion trug den Namen „Fakeworld“ und sollte auf die Scheinwelt im Modebusiness hinweisen: nach außen prunkvoll und perfekt, in Wirklichkeit ein Trugbild aus Perfektionismus und Schönheitswahn. Vor allem die Frauenwelt fühlt sich durch ZKHT, das ein jüngeres und frecheres Image pflegt als USBA, angesprochen. Das purpurrote Herz direkt auf der Startseite des Labels schlägt für Verspieltheit, Besonderheit und Liebe zum Detail. |
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Film und FashionEin berühmteres Label, das neben dem deutschen Raum auch in anderen Ländern große Erfolge einfährt, ist das Snowboardlabel ISENSEVEN. Bereits 1999 gründeten sieben junge Männer aus dem oberbayerischen Isen als „Snowboardcrew“ ihre eigene Marke. Die Idee war es, mit Snowboardfilmen Geld zu verdienen. Der erste Film entstand 2001. Drei Jahre später gründeten sie eine Firma und machten ihr Hobby zum Beruf. Das dazugehörige Modelabel wurde erst 2008 und von einem der Filmer, Alex Schiller, gegründet, der alle Schnitte und Grafiken selbst entwirft. Inzwischen haben ISENSEVEN eine zugehörige Produktionsstätte in China. Schiller war es ein Anliegen, zu den professionell geschnittenen Filmen auch eine eigene Kollektion zu entwerfen. „Den Stil von ISENSEVEN auch in Fashion übertragen“, wie er sagt.Neben den stilistisch auffallenden, bunten Farben, die zum typischen Kleidungsstil eines Snowboardfahrers gehören, sind inzwischen auch schlichte Schnitte mit V-Neck-Kragen Teil der Kollektion. Die Aufdrucke werden von Jahr zu Jahr vielfältiger und hochwertiger, sodass auch Nicht-Snowboarder schon nach ISENSEVEN T-Shirts greifen. Alex Schiller will den Jugendlichen mit seiner Kleidung das Gefühl geben, ein „Teil der Crew“ zu sein. Jeder Snowboarder hat also mit einem geringen finanziellen Aufwand die Möglichkeit, sich mit seinen Vorbildern im Sport zu identifizieren. Alle drei Münchner Firmen haben ihren Traum vom eigenen Modelabel in die Realität umgesetzt. Es sind junge Visionäre, die ihre beiden Leidenschaften, den Sport und die Mode, miteinander vereinen. ISENSEVEN ist es gelungen, sich auf internationalem Terrain zu bewegen, ihre Fangemeinde wächst von Tag zu Tag. Dieses Ziel haben auch ZKHT und unitedskateboardartists vor Augen. Ihr Bekanntheitsgrad ist vor allem in der Münchner Skate- und Snowboardszene sehr hoch, doch deutschlandweit konnten auch sie sich bereits einen Namen machen. Alisa Vornehm |
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