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Die Ärzte - ZeiDverschwÄndung

Foto: Jörg Steinmetz

„Die Ärzte“ gehören zu den bestverdienenden deutschen Bands und es gibt sie schon seit über 30 Jahren! In den USA allerdings sind sie weitgehend unbekannt. Ein Grund für diesen ausbleibenden Erfolg: die satirischen und provokanten deutschen Texte verlieren in der englischen Übersetzung häufig ihren Wortwitz.

Sänger und Gitarrist Jan Vetter (Farin Urlaub – zusammengesetzt aus „Fahr in Urlaub”) gründete die Band 1982 zusammen mit Schlagzeuger Dirk Felsenheimer (alias Bela B.) und Bassist Hans Runge. Sie entschieden sich für den Namen „Die Ärzte”, weil kein anderer Bandname mit dem Umlaut „Ä” anfing. Ihr Hauptziel war, mehr Humor in die Punkmusik zu bringen und dabei die Herzen von Millionen Mädchen zu erobern.

„Die Ärzte“ waren auf dem besten Weg, beides zu erreichen, als sie 1984 einen lokalen Bandwettbewerb gewannen und daraufhin ihre Single „Uns geht‘s prima” veröffentlichten. Das Label „Columbia Records” wurde auf sie aufmerksam und veröffentlichte ihr Debutalbum. Doch noch bevor „Die Ärzte” 1986 ganz groß mit ihrem gleichnamigen Album herauskamen, schied Bassist Hans Runge aufgrund künstlerischer Differenzen aus. Auf dem Album sind zum ersten Mal die schrägen Gitarrenklänge zu hören, die zum Markenzeichen der Band wurden. Farin fügte Melodien mit klassischem Rock´n´Roll-Sound hinzu, die seinen Musikgeschmack als Kind geprägt hatten. Besonders die Musik der Beatles hatte ihn in seiner Jugend beeinflusst.

„Die Ärzte” sorgten für Schlagzeilen, als die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einige ihrer erfolgreichsten Songs auf die Schwarze Liste setzte. Plattenläden machten sich strafbar, wenn sie weiterhin Alben der Band verkauften, und das Verbot zwang die Band, die provokativsten Songs von ihrem Line-Up bei Konzerten zu streichen. Allerdings umgingen „Die Ärzte” dieses Verbot, indem sie einfach das Publikum die Texte singen ließen.

Mit dem Album „Das ist nicht die ganze Wahrheit” aus dem Jahr 1988 schaffte es die Band zum ersten Mal in die deutsche Top Ten. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere gaben sie jedoch Pläne zur Auflösung bekannt und gingen zum vorerst letzten Mal auf eine Abschieds-Tournee, der ein chartstürmendes Live-Album folgte.

Zwischen 1988 und 1993 tingelten Farin und Bela mit kleineren Bands umher, bis sie schließlich einen Neuanfang mit Bassist Rodrigo Gonzalez wagten. Ihre Comeback-Single „Schrei nach Liebe” war ihr bis dahin am deutlichsten politisch motiviertes Lied, in dem sie polemisch den Grund für den Zuwachs von rechtsradikalen Gruppen und ausländerfeindlichen Übergriffen erklären.

1998 folgte „Männer sind Schweine”, und die gleichnamige Single wurde ihr erster Nummer-Eins-Hit. Aber den Ärzten war diese Platte zu erfolgreich. Genervt, dass sie nun mit ihrer Musik die breite Masse ansprachen, schworen sie sich, diesen Song nie mehr öffentlich zu spielen und verbrachten auch die nächsten zwei Jahre eher zurückgezogen.

Im Jahr 2001, 13 Jahre nach ihrem ersten „letzten” Konzert, verkündeten sie erneut ihre Auflösung. Kurz danach waren die drei erneut zusammen auf einer Lesereise zu sehen, auf der sie ihrem Publikum Auszüge aus ihrer Autobiographie „Ein überdimensionales Meerschwein frisst die Erde auf” präsentierten.

Auf den mittlerweile 25 Alben der Ärzte sind eine Vielzahl von Musikstilen zu hören wie Punk, Death Metal, Ska, Rock, Jazz und Country. „Die Ärzte” haben es geschafft, kontinuierlich immer mehr Geld mit ihren Alben, Konzerten und Fan-Artikeln zu verdienen, ohne dabei ein Massenprodukt zu werden. Und sie haben immer wieder bewiesen, dass es „nichts Besseres zu tun gibt, als ‘Die Ärzte‘ zu hören”.
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