
4000 Schüler. 10 Länder. 5 Sprachen. 3 Kontinente.
Eine Welt – Ein Jugendparlament.
Vom 5. bis 11. Juli 2010 erlebt das Parlamentsgebäude von Montevideo (Palacio Legislativo) eine Premiere: das Jugendparlament. Es ist der Höhepunkt eines einjährigen internationalen Projekts im Rahmen des EU-Programms „Jugend in Aktion“, das im Juli die 100 Jugendliche aus zehn Ländern und drei Kontinenten zusammenführen wird.Die Parlamentarier im Alter zwischen 16 und 18 Jahren kommen aus Lateinamerika, Europa und Afrika und werden zunächst in acht Ausschüssen insbesondere jene Themen diskutieren, die im Jahr 2000 von 189 Staats- und Regierungschefs als die acht globalen Entwicklungsziele für das Jahr 2015 benannt und unterzeichnet wurden. Die Jugendlichen aus Mexiko, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Schweden, Deutschland, Österreich, Luxemburg, Spanien und von der Elfenbeinküste sollen durch dieses einzigartige Projekt, das auf eine Initiative des Goethe-Instituts Uruguay zurückgeht und vom uruguayischen Unterrichts- und Kultusministerium unterstützt wird, nicht nur echte Demokratie leben, sondern auch ein globales Bewusstsein erlangen und schärfen. Darüber hinaus wird durch die Auseinandersetzung mit den wichtigsten Problemen der globalisierten Welt eine Plattform zur persönlichen Begegnung und zur Bildung von Netzwerken unter jungen Menschen unterschiedlichster Herkunft geschaffen.
Das Jugendparlament arbeitet eng mit der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) zusammen, die vor zwei Jahren vom damaligen Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier ins Leben gerufen wurde. In einem Netzwerk von über 1300 Deutschen Auslandsschulen (einschließlich Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom anbieten) geht es dieser Initiative insbesondere um die Förderung von Mehrsprachigkeit und den Aufbau einer internationalen Lerngemeinschaft – auch durch Stipendien, Schüleraustausch und Schulpartnerschaften.
Nach der nationalen Vorbereitungsphase des Jugendparlaments in zehn Teilnehmerländern, in der schätzungsweise 4000 Jugendliche mit dem Projekt in Berührung kommen und die bereits im vergangenen Herbst startete, findet vom 23. bis 25. April 2010 in Mexiko-Stadt eine erste parlamentarische Vorsimulation statt. Partner des Goethe-Instituts sind dort die Deutsche Botschaft, das Österreichische Kulturforum in Mexiko und die Delegation der Europäischen Kommission. 50 PASCH-Schüler aus Guadalajara und Puebla werden sich anhand von Vorträgen und in Workshops mit den Millenniums-Zielen auseinandersetzen. Sechs von ihnen reisen dann im Juli als Delegierte zum Jugendparlament nach Montevideo.
Die internationale Parlamentswoche in Montevideo wird nicht nur zu demokratisch strukturierten Diskussionen und in den Ausschüssen gemeinsam formulierten Resolutionen führen. Durch die Plenarsitzung werden diese Resolutionen nach parlamentarischer Verabschiedung an ein eigenes – von Jugendlichen geführtes – Pressezentrum weitergeleitet, das sowohl die globale Öffentlichkeit, als auch die zuständigen Gremien der EU und das Europäische Parlament über die Ergebnisse und Beschlüsse des Jugendparlaments informieren wird.
Alexander Kruckenfellner, Leiter der Sprachabteilung des Goethe-Instituts Uruguay und Projektleiter: „Unser Jugendparlament soll ein Leuchtturmprojekt sein, mit dem wir die Kritik- und Konsensfähigkeit junger Menschen fördern möchten. Dabei spielt das Verständnis für die Vielfalt der Kulturen und Sprachen eine genauso große Rolle, wie dieBereitschaft, die gemeinsamen globalen Probleme und Chancen zu begreifen und konstruktiv anzugehen. Es ist also unser erklärtes Ziel, dass die Jugendlichen völkerverbindend diskutieren und weltweit denken.“
Die acht globalen Millenniums-Entwicklungsziele der UN-Kampagne „No Excuse 2015“ werden die zentralen Themen dieses einzigartigen Projekts einer internationalen Parlamentssimulation sein:
Ziel 1: Halbierung der Anzahl hungernder und extrem armer Menschen
Ziel 2: Sicherstellung einer Primarschulbildung für alle Kinder der Welt
Ziel 3: Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau
Ziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit von Unter-fünf-jährigen um zwei Drittel
Ziel 5: Senkung der Sterblichkeitsrate von Müttern um drei Viertel
Ziel 6: Wirksame Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderer Seuchen
Ziel 7: Nachhaltiger Umweltschutz, einschließlich Halbierung des Anteils der Menschen ohne Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser
Ziel 8: Aufbau einer Entwicklungshilfe im Sinne einer globalen Partnerschaft
Darüber hinaus werden die Jugendlichen in der Parlamentswoche diskutieren, wie Menschenwürde und Demokratie gefördert, Rassismus bekämpft und die Weltwirtschaftskrise überwunden werden könnte. Unter dem Dach des projekteigenen Pressezentrums werden sie die EU-Kommission und zahlreiche öffentliche Institutionen und Medien über den Verlauf des internationalen Jugendparlaments informieren. Dazu entsteht eine eigene Webseite, die sehr schnell alle Resolutionen und Abstimmungsergebnisse, aber auch Live-Feeds der Plenarsitzungen bereitstellt. So führen die Jugendlichen aus Lateinamerika, Afrika und Europa nicht nur einen verbindenden Dialog, sondern ermöglichen eine direkte Einbeziehung der Mitschüler in ihren jeweiligen Ländern und natürlich aller interessierten Menschen weltweit. Projektleiter Alexander Kruckenfellner: „Es ist nicht nur ein mehrsprachiges, sondern auch organisatorisch und thematisch das erste Projekt des Goethe-Instituts dieser Art. Wir wollen durch Bildung junge Menschen auf internationaler Ebene vernetzen.“
Jugendparlament
Lateinamerika – Afrika – Europa: Ein verbindender Dialog
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