Weniger Zeit als Raum
Die Kunst der Unabhängigkeit: Der Zeitgenössische Pulsschlag
Ausstellung
Eröffnung: Sonntag 11. September, 11:00 Uhr.
Ausstellung im Rahmen des Projekts Bicentenario des Goethe-Instituts
Eröffnung: Sonntag 11. September, 11:00 Uhr.
Ausstellung im Rahmen des Projekts Bicentenario des Goethe-Instituts
Künstler
Christine de la Garenne (Deutschland), Alexander Apóstol (Venezuela), Fernando Gutiérrez (Perú), Bjørn Melhus (Norwegen/Deutschland), Martín Sastre (Uruguay), Neville D´Almeida (Brasilien), Narda Alvarado (Bolivien), Angela Bonadies y Juan José Olavarria (Venezuela), Luis Romero (Venezuela), Luis Molina-Pantin (Venezuela). Kurator: Alfons Hug (Deutschland/Brasilien) Co-Kuratorin: Paz Guevara (Chile/Deutschland)
„Weniger Zeit als Raum / und dennoch existieren
manche Räume nur eine Minute und für bestimmte
Zeiten findet sich kein Ort“
Mario Benedetti
Die Künstler und Intellektuellen dieser Ausstellung haben Südamerika in alle Himmelsrichtungen durchstreift. Sie haben beschauliche Kleinstädte im Hinterland besucht und überbordende Megastädte, die aus allen Nähten platzen. Orte, die sich an die Vergangenheit klammern, und moderne Großstädte, die auch noch die letzten Überreste von Geschichte getilgt haben. Mit zeitgenössischen Mitteln wurden die 200 Jahre Unabhängigkeit in Lateinamerika untersucht.
"Menos Tiempo que Lugar" (Weniger Zeit als Raum) verweist darauf, dass wir zu einer bestimmten Tradition des Zelebrierens herausragender Ereignisse und des Gedenkens wichtiger Daten auf Distanz gehen, um uns aus heutiger Perspektive den Orten zu nähern, an denen solche Ereignisse stattgefunden haben und wo deren Puls noch zu spüren ist. Auf diese Weise erlangen wir die Bedeutung der Unabhängigkeitsbewegung zurück und bringen deren lokale Resonanzen durch die Kunst und die zeitgenössischen Ideen zum Ausdruck.
Die Werke der Ausstellung machen auf einige entscheidende politische, soziale und kulturelle Veränderungen aufmerksam, denen sich die amerikanischen Staaten gegenwärtig ausgesetzt sehen. Was bei den Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts – etwa bei Langsdorff, Florence und Taunay – die reine Neugierde auf eine „terra incognita“ war, wird in den Arbeiten der zeitgenössischen Künstler zu einer Kartographie der politischen und kulturellen Ströme, die den Kontinent durchziehen.
Das Projekt liest sich auch vor dem Hintergrund der dramatischen Veränderungen, die Lateinamerika in den letzten Jahrzehnten durchlebt hat. Aus beschaulichen Hauptstädten wurden über Nacht ausufernde, unkontrollierbare Megastädte, von Slums umzingelt. Unberührte Landschaften verwandelten sich in verwüstetes Niemandsland. Die Künstler werden aber auch die ungebrochene Vitalität der multiethnischen Bevölkerung des Kontinents verarbeiten, seine Spiritualität und Kreativität.
Nachdem die globale Wirtschafts- und Finanzkrise die Schwachstellen des modernen, metropolitanen Projekts offengelegt hat, ist bei mehreren Künstlern unserer Ausstellung eine Abkehr von konventionellen urbanen Mustern zu beobachten, sei es über die Aufarbeitung von Geschichte, die Rückbesinnung auf indigene Traditionen oder den demonstrativen Aufbruch in abgelegene Landschaften.
Einige Orte dauern nur einen Augenblick - es sind jene seltenen Momente, die nur von der Kunst erfasst werden können - und für manche Zeiten, sagt Mario Benedetti, gibt es keinen Ort. Dieses Paradox mag auf die Gegenwart zutreffen, die Zeit zwar in extremer Weise verdichtet, ihr aber nirgends eine ideale Heimstatt bietet. Wiederum ist es allein die Kunst, welche die heutige Zeit verorten und ihr ein Obdach bieten kann.
Alfons Hug
Kurator
Christine de la Garenne (Deutschland), Alexander Apóstol (Venezuela), Fernando Gutiérrez (Perú), Bjørn Melhus (Norwegen/Deutschland), Martín Sastre (Uruguay), Neville D´Almeida (Brasilien), Narda Alvarado (Bolivien), Angela Bonadies y Juan José Olavarria (Venezuela), Luis Romero (Venezuela), Luis Molina-Pantin (Venezuela). Kurator: Alfons Hug (Deutschland/Brasilien) Co-Kuratorin: Paz Guevara (Chile/Deutschland)
„Weniger Zeit als Raum / und dennoch existieren
manche Räume nur eine Minute und für bestimmte
Zeiten findet sich kein Ort“
Mario Benedetti
Die Künstler und Intellektuellen dieser Ausstellung haben Südamerika in alle Himmelsrichtungen durchstreift. Sie haben beschauliche Kleinstädte im Hinterland besucht und überbordende Megastädte, die aus allen Nähten platzen. Orte, die sich an die Vergangenheit klammern, und moderne Großstädte, die auch noch die letzten Überreste von Geschichte getilgt haben. Mit zeitgenössischen Mitteln wurden die 200 Jahre Unabhängigkeit in Lateinamerika untersucht.
"Menos Tiempo que Lugar" (Weniger Zeit als Raum) verweist darauf, dass wir zu einer bestimmten Tradition des Zelebrierens herausragender Ereignisse und des Gedenkens wichtiger Daten auf Distanz gehen, um uns aus heutiger Perspektive den Orten zu nähern, an denen solche Ereignisse stattgefunden haben und wo deren Puls noch zu spüren ist. Auf diese Weise erlangen wir die Bedeutung der Unabhängigkeitsbewegung zurück und bringen deren lokale Resonanzen durch die Kunst und die zeitgenössischen Ideen zum Ausdruck.
Die Werke der Ausstellung machen auf einige entscheidende politische, soziale und kulturelle Veränderungen aufmerksam, denen sich die amerikanischen Staaten gegenwärtig ausgesetzt sehen. Was bei den Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts – etwa bei Langsdorff, Florence und Taunay – die reine Neugierde auf eine „terra incognita“ war, wird in den Arbeiten der zeitgenössischen Künstler zu einer Kartographie der politischen und kulturellen Ströme, die den Kontinent durchziehen.
Das Projekt liest sich auch vor dem Hintergrund der dramatischen Veränderungen, die Lateinamerika in den letzten Jahrzehnten durchlebt hat. Aus beschaulichen Hauptstädten wurden über Nacht ausufernde, unkontrollierbare Megastädte, von Slums umzingelt. Unberührte Landschaften verwandelten sich in verwüstetes Niemandsland. Die Künstler werden aber auch die ungebrochene Vitalität der multiethnischen Bevölkerung des Kontinents verarbeiten, seine Spiritualität und Kreativität.
Nachdem die globale Wirtschafts- und Finanzkrise die Schwachstellen des modernen, metropolitanen Projekts offengelegt hat, ist bei mehreren Künstlern unserer Ausstellung eine Abkehr von konventionellen urbanen Mustern zu beobachten, sei es über die Aufarbeitung von Geschichte, die Rückbesinnung auf indigene Traditionen oder den demonstrativen Aufbruch in abgelegene Landschaften.
Einige Orte dauern nur einen Augenblick - es sind jene seltenen Momente, die nur von der Kunst erfasst werden können - und für manche Zeiten, sagt Mario Benedetti, gibt es keinen Ort. Dieses Paradox mag auf die Gegenwart zutreffen, die Zeit zwar in extremer Weise verdichtet, ihr aber nirgends eine ideale Heimstatt bietet. Wiederum ist es allein die Kunst, welche die heutige Zeit verorten und ihr ein Obdach bieten kann.
Alfons Hug
Kurator









