Frau Dr. Angela Thamm, zu Gast beim Banco del Libro
Diese Einladung erfolgte im Rahmen des in der Region gerade durchgeführten Projekts "Leseförderung für sozial Benachteiligte".
Das Thema der Konferenz war "Wie kluge und gesunde Sprachspiele mit der BilderBuchApotheke gelingen". Unter "BilderBuchApotheke" versteht man eine Gruppe von Bilderbüchern, die sich besonders als Werkzeug für therapeutische Zwecke eignen. Wie sie selbst sagt:
Dass wir Menschen, gleich welchen Alters, unsere innere Welt mit Zeichen und Symbole in Musik, Kunst und Literatur kommunizieren müssen, um unsere seelische und körperliche Gesundheit zu sichern, ist eine uralte Erfahrung, die insbesondere durch die Psychoanalyse wiederentdeckt worden ist.
Ängste, Aggressionen, Depressionen, ja auch Gewaltbereitschaft haben stets damit zu tun, dass angemessener Ausdruck für Gedanken und Gefühle fehlt und zwischenmenschliche Kooperation misslingt.
Die Teilnehmer an diesem Workshop konnten spielend entdecken, wie die Lektüre (sogar das Nachspielen) von den Geschichten in gewissen Bilderbüchern dieses Verlangen nach Ausdruck einleiten kann, und sie haben so das Bücher-therapeutische Geheimnis der BilderBuchApotheke in Theorie und Praxis enthüllt.
Am 11. Mai wurde ein Workshop für Kinder des Armviertels El Guarataro angeboten, die ihre Wohnungen auf Grund des starken Regens verloren haben, gegenwärtig in Notunterkünften wohnen und vom "Projekt Komplementärer Bildung" betreut werden, einer NGO, die nicht-formelle, alternative Bildungswege fördert. Anhand eines der Bücher, die die Bilderbuchapotheke bilden "Ich habe ein Problem, sagte der Bär" (von Heinz Janisch und Silke Leffler), haben die Kinder verschiedene Aktivitäten durchgeführt und die anwesenden Multiplikatoren konnten die therapeutischen Eigenschaften der Geschichte in diesem Buch beobachten.Der Austausch mit dem Banco del Libro und dessen Erfahrungen mit der Büchertherapie, insbesondere mit dem Projekt "Lesen zum Leben", das im vergangenen Jahrzehnt zur Unterstützung für die Opfer der Naturkatastrophe in Vargas in 1999 entstanden ist, war bereichernd.
Frau Dr. Angela Thamm ist von der heilsamen Wirkung der Bilderbücher überzeugt und davon, dass es sehr gute Bilderbücher in allen Ländern der Welt gibt, die sich sehr gut für therapeutische Zwecke eignen. Durch die bei den Veranstaltungen mit den Teilnehmern entstandenen Verknüpfungen kamen viele Ideen für zukünftige Projekte zu Stande.








