"Je besser es uns geht, umso empfindlicher berühren uns zugleich allerlei Nebenfolgen unserer Wohlfahrt"
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Hermann Lübbe |
Herr Professor Lübbe, im Zentrum Ihrer Arbeit steht die Analyse moderner Gesellschaften, die durch einen überaus dynamischen Fortschritt geprägt werden. Was ist das überhaupt: "Fortschritt"?
Bei der Beschreibung der Dynamik der zivilisatorischen Evolution, die in vielen Lebensbereichen immer noch messbar anwächst, gebrauche ich den Begriff des Fortschritts selten. Nichtsdestoweniger ist der Fortschrittsbegriff immer wieder einmal unentbehrlich, und man sollte sich den Begriff nicht durch den ideologiepolitischen Missbrauch vermiesen lassen, den die inzwischen zusammen gebrochenen großen totalitären Diktaturen ihm angetan haben.
Zweckmäßig, ja unentbehrlich bleibt der Fortschrittsbegriff in seiner trivialen Bedeutung. Es hat doch seine Evidenz, dass unsere Lebensverhältnisse sich in etlichen wichtigen Hinsichten zivilisationsabhängig nachhaltig verbessert haben – von der verlässlicher und differenzierter gewordenen Ernährung bis zu den Leistungen des Gesundheitssystems, die heute der breiten Bevölkerung zugute kommen, und vom Anstieg der durchschnittlich erreichbar gewordenen Ausbildungsstandards bis zur historisch beispiellosen Fülle kultureller und politischer Partizipationsmöglichkeiten.
Inwiefern hängen Fortschritt und Globalisierung zusammen?
Der aktuelle Globalisierungsprozess bliebe unverständlich, wenn wir seine Fortschrittsaspekte unberücksichtigt ließen. Was ist es denn, was die wissenschaftlich-technische Zivilisation ursprünglich westlicher Herkunft weltweit sich hat ausbreiten lassen? Es wäre Unfug, diese globale Expansionskraft der modernen Zivilisation in kulturkritischer Manier als Resultat der Machenschaften ökonomischer Imperialisten erklären zu wollen.
Die angemessenere Erklärung bietet der in der erläuterten Weise trivialisierte Fortschrittsbegriff. Die Evidenz der Lebensvorzüge, die über die zivilisatorische Modernisierung erreichbar werden, erklärt deren globalen Erfolg.
Das ist die eine Seite der Medaille. Doch viele Menschen stehen dem Fortschritt heute mit gemischten Gefühlen gegenüber …
Natürlich hat es seine Gründe, dass mit der Höhe des erreichten Zivilisationsniveaus der Fortschrittsenthusiasmus zugleich abnimmt. Je besser es uns geht, umso empfindlicher berühren uns zugleich allerlei Nebenfolgen unserer Wohlfahrt – von den unleugbaren ökologischen Krisen bis zu den prekären Lebensumständen, in die wir in dem heute erreichbar gewordenen sehr hohen Lebensalter geraten. Negative Folgen der Globalisierung gibt es in der Tat. Die zeitweise geradezu explodierenden Energiepreise, zum Beispiel, sind ja nicht zuletzt eine Weltmarktfolge des dramatisch gewachsenen chinesischen Energiebedarfs. Ihre konjunkturdämpfende Wirkung ist unübersehbar – einerseits.
Unter andererseits?
Andererseits begünstigt eben das die ökonomischen Voraussetzungen der Entwicklung von Techniken der Gewinnung regenerativer Energien. So oder so: Evidenterweise kennt der Globalisierungsprozess nicht nur Verlierer. Das, was wir "Globalisierung" nennen, fände doch gar nicht statt, wenn die Erfahrung der überwiegenden Begünstigung durch ihn nicht weltweit die politisch maßgebende Erfahrung wäre. Kurz: Wenn wir es denn nun einmal mit der Globalisierung zu tun haben, so sollte man bei einem Versuch der Validierung dieses Vorgangs auch selber eine globale Perspektive wählen.
Der Prozess der Modernisierung ist ökonomisch bestimmt. Heute sind wir in der Situation, dass wirtschaftliches Handeln zunehmend global wird, sinnfällig etwa dadurch, dass Arbeitsplätze aus Deutschland ins Ausland verlagert werden. Dem stehen nationale Regierungen recht hilflos gegenüber. Wie lässt sich diese Spannung zwischen moderner, globalisierter Wirtschaft und national beschränkter Politik auflösen?
Gegen den Weltmarkt können sich nationale Wirtschaftssysteme erfolgreich nicht dauerhaft isolieren. Auf lange Sicht wären die Folgekosten stets größer als die Gewinne aus momentan verspürter Entlastung durch Einschränkung des freien Verkehrs von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapitalien. Auch für die supranational organisierte europäische Wirtschaftsgemeinschaft gilt das selbstverständlich. Dem steht nicht entgegen, dass übergangsweise auch Entlastungen vom übergroß gewordenen Anpassungsdruck an weltwirtschaftliche Gegebenheiten mittels Subventionen und analogen Schutzmaßnahmen sinnvoll sein können. Auf der anderen Seite wirken ja auch die Erfolge, die für die ökonomisch bislang Benachteiligten durch Teilnahme am Globalisierungsprozess erreichbar werden, gesamthaft ausgleichend, und die Erwartung ist berechtigt, dass sich auch weltwirtschaftlich neue Gleichgewichtszustände herausbilden werden. Diese werden sich freilich rascher ergeben, wenn wir, statt in wirtschaftspolitische Schutzräume zu flüchten, uns als mobil, innovationstüchtig und anpassungsfähig erweisen.
Anpassen muss sich der Mensch in der modernen Gesellschaft vor allem auch an ein Phänomen, das Sie mit dem Begriff der "Gegenwartsschrumpfung" gekennzeichnet haben. Was bedeutet das?
"Gegenwartsschrumpfung" – so nenne ich die in dynamischen Zivilisationen fortschreitende Abnahme der Zahl der Jahre, für die wir mit einiger Konstanz unserer Lebensverhältnisse rechnen können. Die Gegenwart als Zeitraum solcher Konstanzen nimmt ab mit der Menge der Innovationen pro Zeiteinheit, die wir zu verarbeiten haben – wissenschaftlich und technisch, wirtschaftlich und organisatorisch und schließlich auch politisch. Die Halbwertszeit wissenschaftlicher Literatur nimmt ab, Werkzeugmaschinen werden durch leistungsfähigere Werkzeugmaschinen überboten, längst bevor sie gebrauchsabhängig verschlissen gewesen wären. Die Geltungsdauer von Gesetzen bis zur nächsten fälligen Novellierung schrumpft. Der Alterungsprozess von Traditionen ist beschleunigt, und umso auffälliger werden komplementär dazu diejenigen kulturellen Bestände, die sich durch eine hohe Alterungsresistenz auszeichnen. Das Interesse der Konservierung just dieser Bestände gewinnt an Intensität, und das ist zugleich der letztinstanzliche Grund, der uns erklärt, wieso hohe Fortschrittsdynamik den Konservativismus begünstigt. Konservative – das sind entsprechend heute nicht mehr die Aufhalter des Fortschritts, vielmehr diejenigen, die Lebensvoraussetzungen größerer Beständigkeit zur Geltung bringen und uns eben damit zugleich fähiger machen, am Fortschritt teilzunehmen und illusionsfrei seinen abnehmenden Grenznutzen wahrzunehmen.
Ein "Modernisierungsgewinner", wie eines Ihrer jüngsten Bücher betitelt ist, ist der Geschichtssinn, da zum Beispiel das Interesse an der Vergangenheit wächst. Die große Zahl an Museen, an öffentlichen Gedenkveranstaltungen (z.B. Einstein-Jahr) belegt dieses Interesse eindrucksvoll. Inwiefern ist dieses gesteigerte Interesse am Vergangenen ein Resultat des Modernisierungsprozesses?
In der Tat ist die Intensität unserer Interessen an der Vergegenwärtigung der Vergangenheit historisch beispiellos. Das ist keine rhetorische Übertreibung, vielmehr ein kultursoziologisch gut vermessenes Faktum. Die Zahl alljährlicher Museumsbesucher überbietet in den hoch entwickelten Ländern Europas inzwischen die Zahl der Einwohner dieser Länder. Von der bis 1950 errichteten Baumasse unserer Altstädte dürften inzwischen gegen zehn Prozent als denkmalswert gelten. Popularhistoriographie liegt in Bahnhofskiosken aus. Auf den Antiquitätenmärkten herrscht Dauerkonjunktur. Wie erklärt sich das? Die Antwort scheint mir zu lauten: Wer wir sind, sagt uns unsere Geschichte. "Je suis mon passé" – so formulierte das Jean Paul Sartre. Jeder Maturant oder Hochschulabsolvent kennt das doch: Zur Vorstellung seiner selbst muss er seinem Bewerbungsschreiben ein curriculum vitae beifügen. Wieso? Man präsentiert sich selbst über die Vergegenwärtigung der eigenen Herkunftsgeschichte in der Absicht, plausibel zu machen, wie sich diese Herkunftsgeschichte in die Zukunft hinein sinnvoll fortsetzen ließe. Die Schwierigkeiten solcher Identitätsvergegenwärtigungen durch Erzählen der eigenen Geschichte sind klein, wenn die Kontinuität generationenübergreifender Lebensverhältnisse groß ist. Ändern sich unsere Lebenslagen sehr rasch, so wird uns über sich verkürzende Zeiträume hinweg unsere Vergangenheit partiell zu einer fremden, ja nicht einmal mehr voll verständlichen Vergangenheit, und man bedarf, zumal in institutionellen und kollektiven Lebenszusammenhängen, schließlich des professionellen Beistands der Historiker, um die eigene Vergangenheit aneignungsfähig zu halten. Für unser Verständnis der jeweils anderen über deren Herkunftsgeschichte gilt Analoges. Zukunft braucht Herkunft – so ließe sich das zusammenfassen. Je rascher in einer dynamischen Zivilisation die Zukunft uns näher rückt, um so größer wird entsprechend der Herkunftsvergegenwärtigungsbedarf.
Die Religion zählt ebenfalls zu den Gewinnerinnen im Modernisierungsprozess. Das scheint zunächst kontraintuitiv zu sein, denn eine moderne Gesellschaft versteht sich als eine aufgeklärte, rationale, den Wissenschaften zugeneigte Gesellschaft. Inwiefern kann man vor diesem Hintergrund die Religion als "Modernisierungsgewinnerin" bezeichnen?
Die Frage, die Sie mir stellen, unterstellt religiöse Kultur als einen voraufgeklärten, ja irrationalen Bestand. Das ist in der Tat die Meinung vieler Religionskritiker des Aufklärungszeitalters gewesen – die Meinung Karl Marx' zum Beispiel, der ja gemeint hatte, nach der bürgerlichen Erklärung der Freiheit der Religion handle es sich nunmehr um die Befreiung von der Religion, und die Judenemanzipation sei durch die Emanzipation vom Judentum zu überbieten. Kurz: Um die Beseitigung aller Umstände, die die Menschen auf die Illusion der Religion angewiesen sein ließen, sei es künftig zu tun. Die Religion werde absterben, wenn wir diejenigen Lebensvoraussetzungen, für die wir in vormodernen Zivilisationen uns mit einschlägigen Bitten an die Adresse Gottes wandten, in vollendeter zivilisatorischer Könnerschaft selbst produzieren.
Man könnte sagen, dass dieser Zustand "vollendeter Könnerschaft" fast erreicht ist, zumindest in modernen Zivilisationen.
In der Tat: Unsere Könnerschaften sind verblüffend gewachsen. Während noch im allerersten Beginn des Industrialisierungsprozesses gegen siebzig Prozent aller Menschen in der Urproduktion, also zumeist in der Landwirtschaft tätig waren, genügen in den hoch entwickelten Ländern drei Prozent der Bevölkerung, um die Ernährungsbasis aller zu sichern. Dennoch werden die Erntedankfeste nicht abgeblasen. Wieso nicht? Günstiges Wetter lässt sich ja auch heute noch nicht machen. Aber tausend andere indisponible Voraussetzungen guter oder auch weniger guter Ernte gibt es auch noch – von den mikrobiotischen Voraussetzungen blühender Flora und nutzbarer Fauna bis zu den sozialen Veränderungen, die Jungbauern Partnerinnen finden lassen oder auch nicht.
Und wo nun hat die Religion ihren Ort?
In der Quintessenz heißt das: Religion als jenes kulturelle Medium, in welchem wir uns bittend oder dankend, ja preisend und lobend, gelegentlich aber auch klagend zu allem verhalten, dessen wir nicht mächtig sind, gesamthaft also buchstäblich zu allem, bleibt ja in ihrer humanen Nötigkeit vom Unterschied der Zeiten nach Graden ihrer Fortschrittlichkeit gänzlich unberührt. Es gibt sogar einen Grund zu sagen, dass die Zustimmung zur Wirklichkeit einschließlich unserer selbst, also zum Tatbestand, dass wir sind und nicht vielmehr nicht sind, modernisierungsabhängig zugleich in der Aufdringlichkeit ihrer Unvermeidlichkeit wie auch an Intensität der Erfahrung, wie schwer es ist, das zu leisten, zunimmt. Das gilt nicht zuletzt für alle Lebenslasten und Schwierigkeiten, die uns heute in der Konsequenz der Betätigung unserer Könnerschaften ereilen – der Kunstfehler des Arztes, eine Unaufmerksamkeit der Fahrzeuglenker und Flugzeugführer, die technische Fehlanzeige im Kontrollsystem eines Kraftwerks. Gewiss: In all diesen Fällen mögen uns in erster Instanz Schadensersatzklagen beschäftigen oder auch Urteile von Strafrichtern Genugtuung verschaffen. In letzter Instanz bleiben wir ja auch hier mit der Nötigkeit jener Annahme unserer nun einmal eingetretenen Lebenslage konfrontiert, deren kultureller Ort eben die Religion ist. Eben darum macht sie auch gar keine Anstalten, modernisierungsabhängig abzusterben.
Sie kommen zu dem Schluss, dass religiöser Fundamentalismus "kein Phänomen kultureller Vormodernität ist, das sich unter den Wirkungen fortschreitender wissenschaftlicher Aufklärung auflösen müsste". Was ist Fundamentalismus dann?
"Fundamentalismus" – das ist natürlich richtig – heißt heute in der Publizistik und im Massenmediendeutsch in erster Linie jener weltweit manifeste Terror, der sich individuell und kollektiv religiös legitimiert, mit Rekurs auf Gebote Gottes oder auch in Anerkennung der bestellten Religionsdiener, die als Ausleger dieser Gebote und als Hüter ihrer moralischen, ja politischen Geltung anerkannt sind.
Die andere Seite der Sache ist, dass man in Abwehr dieses Terrors auch sprachpolitisch an seine Exekutoren nichts verschenken sollte – auch die reiche Metaphorik des Fundaments nicht, auf das alles andere erbaut ist und seine Festigkeit hat. Fundamente in diesem Sinne sind eben auch die Menschenrechte, und man sollte es sich nicht nehmen lassen, auch die im Widerstand gegen die Zumutungen totalitärer Herrschaft in seiner auch noch die Bereitschaft zur Selbstaufopferung einschließenden Unbeirrbarkeit einen Fundamentalismus zu nennen. Für die Gewissheitsvoraussetzungen des Standhaltenkönnens aus religiösen Gründen gilt dasselbe, und aus dem Faktum, das eben auch die Terroristen sich auf Gewissheiten berufen, lässt sich nicht folgern, der Terror sei besiegt, wenn wir endlich die Bürger um ihre religiösen und moralischen Gewissheiten gebracht hätten.
Wie kann man dann das Problem eines religiös motivierten Terrors lösen?
Das Remedium gegen den Terror ist insoweit nicht Auflösung aller fundamentalen Gewissheit, vielmehr Klugheit im Umgang mit den pragmatischen Fragen der Sicherung unserer Lebensbedingungen einschließlich der rechtlichen Sicherung unserer Freiheit, an unseren Gewissheiten festhalten zu können. Die Religionsfreiheit ist bekanntlich auch historisch eines der wichtigsten Rechte im Prozess der Herausbildung der neuzeitlichen Grundrechtsordnungen gewesen, und die Glaubensgewissheit hat zur Stabilität dieser Grundrechtsordnungen ungleich mehr beigetragen als der Indifferentismus.
Warum stehen religiöser Fundamentalismus beziehungsweise das Festhalten an religiösen Gewissheiten nicht im Widerspruch zu wissenschaftlichem Fortschritt?
Das hat einen sehr elementaren wissenschaftskulturevolutionären Grund: Je mehr die Wissenschaften in die Dimensionen des sehr Großen, des sehr Kleinen und des sehr Komplizierten sich hinein arbeiten, je rascher sich darüber zugleich das kulturell insgesamt verfügbare Wissen ändert, umso mehr verliert sich zugleich seine Vergleichbarkeit mit dem Wirklichkeitsannahmen, die den erwähnten Biblizisten und sonstigen weltanschaulichen Fundamentalisten teuer sind. Je moderner wir leben, umso bunter und facettenreicher wird die Fülle gleichzeitig koexistierender Weltanschauungen. Hier nach Art der untergegangenen großen Ideologien Konsens zu stiften und diesen Konsens zugleich verbindlich zu machen – das ist inzwischen weder möglich noch nötig.
Wenn es nicht Welt- oder religiöse Anschauungen sind, was hält eine Gesellschaft denn dann zusammen?
Was uns tatsächlich miteinander verbindet und bis in das soziale und politische Leben hinein gemeinschaftsfähig macht, ist die übereinstimmende und bezwingende Abhängigkeit unseres Lebens von technisch umgesetzten und ökonomisch genutzten Wissensbeständen wissenschaftlicher Herkunft, für deren Generierung und Fortbildung es natürlich der wissenschaftlichen Experten bedarf, die aber darüber hinaus in ihren puren kognitiven Gehalten immer häufiger für den Commonsense gar keine lebensweltliche Bedeutung mehr haben. Das ist es dann, was uns die verblüffende Koexistenzfähigkeit höchst heterogener weltanschaulicher Überzeugtheiten im Kontext moderner Kulturen erklärt. Noch einmal: Auch Überzeugtheiten, die unter Zusatzbedingungen terrorfähig werden können, finden sich darunter. Aber das geeignete Mittel dagegen sind nicht besser begründete Wirklichkeitsannahmen, die man in Dialogen an den Mann oder an die Frau zu bringen suchte, vielmehr der Druck der Realität, die sich erzeugt, indem man den aggressiven Fundamentalismen standhält.
| Prof. Dr. phil. Dr. theol.h.c. Hermann Lübbe, 1926 in Aurich/Ostfriesland geboren, studierte seit 1947 Philosophie, Theologie und Soziologie in Göttingen, Münster und Freiburg. Seit 1963 ordentlicher Professor für Philosophie in Bochum. Von 1966 bis 1971 Staatssekretär im Kultusministerium beziehungsweise Staatssekretär beim Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. Danach Professor in Bielefeld. Von 1971-1991 Ordentlicher Professor für Philosophie und Politische Theorie an der Universität Zürich, seit seiner Emeritierung Honorarprofessor. Hermann Lübbe ist Träger des großen Verdienstkreuzes des Bundesrepublik Deutschland und Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Organisationen. Er erhielt u.a. den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik (1990), den Preis der Hans-Martin Schleyer Stiftung (1995) und den Alfried Krupp Wissenschaftspreis (2004).
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Dezember 2005










