3 Fragen an ...

Pierre Oser – Komponist

© Pierre Oser
© Pierre Oser
Was reizt Sie als Komponist an diesem Parzival-Projekt?

Die Ausgangsidee für dieses Projekt ist es eine Geschichte mit den Mitteln von Oper, Tanz und Schauspiel zu erzählen und diese Genres durch eine durchkomponierte Musik zu verbinden. Damit kann ich als Komponist recht frei die stilistischen und formalen Ebenen wechseln, gegenüberstellen, kombinieren. Eine wunderbare Möglichkeit und Herausforderung. Es ergeben sich ganz ungewöhnliche Kombinationen in unserem Stück, z.B. ein sprechender Parzival im Dialog mit seiner singenden Mutter. Beide Ausdrucksformen haben spezifische Eigenarten und Möglichkeiten, die hier im Dialog aufeinander treffen, aufeinander eingehen müssen, sich der direkten Begegnung stellen, ihre Reibung, Wirkung, Spannung, Unterschiedlichkeit, Übereinstimmung ausleben. Und das noch dazu in zwei Sprachen – also gesprochener vietnamesischer und gesungener deutscher Sprache.

Wird es typisch vietnamesische Elemente in der Musik geben?

Musikalisch bleibe ich ganz und gar in dem mir vertrauten europäischen Kosmos, eine Klangwelt durch die ich mich am authentischsten ausdrücken kann. Die Geschichte selbst bietet mir die Möglichkeit eine sehr „persönliche“ Musik zu schreiben, emotional zu erzählen, bildhaft und atmosphärisch zu musizieren. Vietnamesische oder asiatische Elemente verwende ich nicht.

Wie können Sie die Bandbreite der musikalischen Ausdrucksformen in „Der durch das Tal geht“ beschreiben?

Es gibt Opernarien, Chormusik, Musik für modernen Tanz, filmische Musik, Bühnenmusik und Schauspielmusik. Mein Anliegen ist es die Geschichte verständlich zu machen, die Figuren in ihrer Situation nachvollziehbar zu zeichnen, die Spannungen und Gefühle der Protagonisten, die Größe und die Atmosphäre der Spielorte zu vertonen. Dazu nutze ich die vielen großen und kleinen, zarten und harten Farben des sinfonischen Orchesterklangs, sowie die Stimmen von Solisten und einem Opern-Chor.
15. November 2010