3 Fragen an ...

Beverly Blankenship

Was interessiert Sie persönlich am meisten am Parzival-Stoff und wie wird dies auf der Bühne sichtbar für den Zuschauer?

“ Merlin“ von Tankred Dorst und Ursula Ehler ist ein Jahrhundertwerk des deutschen Theaters. Ich durfte dieses Stück schon zweimal inszenieren. Der Parzivalmythos ist das Herz des `Merlinstückes´ - ein liebevoller, grausamer Blick auf das menschliche Mühen auf dem Weg zur Transzendenz. Und dieser Weg ist auch Zentrum des Stückes „Der durch das Tal geht“ - das wird ganz deutlich auf der Bühne sichtbar werden.

Inzwischen ist fast die Hälfte der insgesamt 10-wöchigen Probenzeit für „Der durch das Tal geht“ vorüber. Verläuft der Probenprozess anders als in Deutschland? Was reizt Sie an der interkulturellen Theaterarbeit?

© Goethe-Institut VietnamWir proben hier weniger als im deutschen Sprachraum. Das heißt wir müssen länger proben. Aber ich empfinde es als beglückend, dass wir Theaterleute uns über alle Grenzen hinweg die gleiche Sprache sprechen. Und ich lerne hier meine eigenen Grenzen zu überschreiten. Wir lernen gemeinsam und das macht Spaß!

Welchen Einfluss haben Vietnam und die vietnamesischen Künstler auf die Inszenierung?

In meiner Arbeit kann sich jeder einbringen. Die vietnamesischen Kollegen haben begriffen, dass sie einen großen Einfluss haben können! Besonders die zwei Schauspieler Lai und Hiếu, die Parzival und Merlin darstellen, haben Wesentliches beigesteuert. Mit Phuong, der, solange Henning Paar, der Choreograph für „Der durch das Tal geht“ noch nicht in Vietnam ist, die choreographische Arbeit übernimmt, habe ich eine sehr fruchtbare und inspirierende Arbeitsweise gefunden

15. November 2010