Blick in die Proben

© Goethe-Institut Vietnam

29. November 2010

Der Konzertsaal der Hanoier Musikakademie ist mit haselnussbraunen Holzpaneelen vertäfelt, in deren aufwendigen Schnitzereien sich das Licht der Scheinwerfer bricht. Auf den purpurroten Samtsesseln des Balkons sitzen die Chorsänger und Solisten und blicken auf ihre Musikerkollegen auf der Bühne hinab, die damit beschäftigt sind ihre Instrumente zu stimmen. Pierre Oser, Komponist und Musikalischer Leiter von „Der durch das Tal geht“ blättert durch seine Partitur. „Ok. Today is a very special day: It is the first time the orchestra is going to rehears together with the singers! Let´s start! (Heute ist ein ganz besonderer Tag! Heute wird zum ersten Mal das Orchester gemeinsam mit dem Chor proben! Lasst uns anfangen!) – Können wir?” Pierre Osers Blick gleitet die staubig-weiße Säule zum Balkon hinauf. Silvia Mödden, die in den letzten Wochen die Sänger beim Einüben der deutschen Liedtexte gecoacht hat, nickt – heute noch wird sie mit Galahad mitsingen, um ihn bei der Aussprache der komplizierten Wörter zu helfen. Und schon schwingt der Taktstock durch die Luft, die Streicher setzten ihre Bögen an, Galahad holt tief Luft und schließlich fließen die Melodien in auf- und nieder gehenden Wogen, mal leise mal laut durch das Halbdunkel des Saales. Die Regisseurin Beverly Blankenship, die in einer der letzten Reihen des Zuschauerraumes sitzt, nickt anerkennend: Die Arbeit der letzten Wochen hat sich ausgezahlt.