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Spoken Word in der Côte d'Ivoire

Die Côte d'Ivoire ist - wie ganz Afrika - stark durch Oralität geprägt. Der beste Weg, um Wissen zu vermitteln, sich Gehör zu verschaffen und sich verständlich auszudrücken, besteht darin, seine Stimme zu erheben. Die großen Heldentaten ihrer Geschichte, ihre großen Traditionen zirkulieren von Generation zu Generation, von Großvater zu Vater (oder von Großmutter zu Mutter), von Vater zu Sohn (von Mutter zu Tochter) durch die mündlich überlieferte Tradition. In den Dörfern versammeln die Älteren die Jüngeren nach Einbruch der Dunkelheit um ein Holzfeuer, um ihnen die großen Reisen ihrer Vorfahren oder von bedeutenden Gestalten ihrer Geschichte zu erzählen. Mehr...

    Spoken Word kommt in Mali an

    In unserem Teil der Welt ist Spoken Word kein bekannter Begriff. Tatsächlich aber praktizieren viele junge Künstler diese Kunstform bereits, ohne sich darüber bewußt zu sein. Gute Beispiele dafür sind die Komikergruppe „Yèlèbougou“ oder die verschiedenen Poetry Slam- und Hip-Hop-Gruppen, die in verschiedenen Städten Malis gedeihen. Sie haben eine etablierte Tradition westafrikanischen Geschichtenerzählens geerbt, insbesondere in Mali, wo zum Beispiel die Geschichten von Djéli Baba Sissoko dienstagabends auf Radio Mali gesendet wurden und Generationen von Menschen in Westafrika von der Zeit der Unabhängigkeit (1960) bis in die frühen 1990er-Jahre fasziniert haben. Nach seinem Tod trat sein Sohn Souleymane Sissoko die Nachfolge seines Vaters mit ebenso viel Talent an. Mehr...
      Anne Moraa

        Sophisticated Players – Spoken Word in Kampala

        Der Ursprung des Wortes sophisticated [raffiniert] kommt aus dem mittelalterlichen Latein, sophisticatus, dem Oxford- Wörterbuch zufolge heisst es ‘verändert bzw. manipuliert werden‘. Sophisticated zu sein bedeutet demnach ein Zustand, der von fremden kulturellen Ausdrucksformen – insbesondere sprachlichen - - beeinflusst wird, Spoken-Word-Künstler sind für Poesie-Interessierte in Kampala charakteristisch geworden für deren eigenwillige Herangehensweise, die das Persönliche mit dem Fremden kombiniert. Es hat sich herausgestellt, dass eine derart furchtlose Raffinesse (Sophistication) durchaus Macht über die Gesellschaft ausüben kann. Mehr...

          Die Spoken Word-Szene in Angola: Ein Wort aus Fleisch und Blut aus dem Stahlbeton Luandas im Open Mike

          Spoken Word ist im Land des Kwanza-Flusses angekommen und einer der Protagonisten, die dies bewirkt haben, ist Lukeny Bamba Fortunato, der Kurator des ersten Spoken Word-Festivals in Angola. Der Rapper und Organisator kultureller Veranstaltungen machte sich dafür stark, Spoken Word zu einer allwöchentlichen Konstante im noch dürftigen kulturellen Speiseplan Luandas zu machen. Lukenys Ideen entstanden während seines Aufenthalts im Süden der Vereinigten Staaten. Dort kam er in Kontakt mit jungen Studenten, die Spoken Word machten und nahm auch selbst an den dortigen Slam-Poetry-Veranstaltungen teil. Mehr...

            Die Spoken Word-Szene in Kamerun: Von der Poesie zur Poetografie

            Black Alice ©Black Alice © Die Evolution von Spoken Word in Kamerun fand kaum Resonanz in den Medien. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Kunstform dem großen Publikum weiterhin unbekannt ist, trotz der Aktivitäten von Gruppen und Institutionen wie La Phraz Slam, dem Französischen Institut, KIF’s Poetry Café, Ali Bavard, Ongola Slam Café, Koubalanta (Boudorium Prod), dem Goethe-Institut, FIIAA und dem Centre Culturel Francis Bebey, wo Spoken Word-Künstler sich weiter entwickeln konnten und über die Jahre hinweg Performances in Französisch, Englisch und Pidgin (Kreolisch) gegeben haben. Mehr...

              Poetry Slam in Madagaskar

              Tony © Photo: Dimbiniaina AndriamipahaTony © Photo: Dimbiniaina AndriamipahaSeit fast zehn Jahren folgen zeitgenössische Madagassen dem Beispiel der großen, traditionellen Redner und versuchen sich in einer anderen Form der Redekunst. Diese speist sich genauso von Wörtern wie von Ausdrücken. Fast überall im Land beweisen dies vor allem junge Leute mit ihren Federn und Stimmen. Noch zögerlich am Anfang, gewinnen diese Poetry Slammer im Angesicht ihrer Herausforderungen an Vertrauen. Im Bewusstsein, dass die Vielfältigkeit eine Bereicherung ist, ist es selbstverständlich, dass die Dichter, die aus unterschiedlichen Schichten kommen, sich somit viel mehr dem Dialog und dem gegenseitigen Austausch öffnen. Mehr...

                Spoken Word in Südafrika: Vom Protest zur Jugendbewegung

                Siza Nkosi © Goethe-Institut. Foto: Masimba SasaSiza Nkosi © Goethe-Institut. Foto: Masimba SasaDie südafrikanische Jugend ist derzeit dabei, Poesie neu zu denken und zu erfinden – angeleitet von den Dichtern, die vor ihr auf der Bühne gestanden und Buchseiten gefüllt haben. Im ganzen Land, in Städten, Schulen, Kirchen und Universitäten, finden sich Anhänger der performativen Literatur zusammen, um Neues zu schaffen und damit das künstlerische Erbe Südafrikas zu bereichern. Dieses Erbe reicht mehrere Jahrzehnte zurück: Die Urspünge des Dichterwettstreits (‚poetry slam‘) liegen in der Zeit der Apartheid, als Protestdichtung eines der Mittel war, mit dem die Angst vor dem System ausgedrückt werden konnte. Mehr...