Giselher W. Hoffmann

Die verlorenen Jahre

Die verlorenen Jahre

Giselher W. Hoffmann
Köln: Edition Köln, 2003
381 S.
ISBN 3-936791-01-5
Schauplatz des Romans ist der „südwest-afrikanische“ Distrikt Hochfeld nordöstlich von Windhoek zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Die deutschstämmige Bevölkerung von „Südwest“ ist geographisch weit vom Kriegsgeschehen entfernt und doch holt sie die Zeitgeschichte ein: Die südafrikanische Regierung, unter deren Mandat das damalige Südwestafrika steht, beschließt, die deutschstämmigen Männer für die Zeit der Kriegshandlungen in Internierungslager zu stecken.

Erzählt wird die Geschichte sieben deutscher Familien: Lemmert ist im Hochfeld-Distrikt Sprecher der NSDAP und führt ‚pflichtbewusst‘ eine Liste der Teilnehmer an den Parteiveranstaltungen, die heimlich für Deutschstämmige durchgeführt werden. Als bei ihm zuhause während eines solchen Treffens eine Razzia durchgeführt wird, kommt diese Liste in die Hände der Polizisten Dixon und de Bruin. Die anschließende Verhaftungswelle trifft alle männlichen deutschstämmigen Bewohner des Distrikts; sie werden allesamt in Schutzhaft genommen. So auch Martin Weiler, von dessen Familie am ausführlichsten berichtet wird: Martin und seine Frau Frieda leben zusammen mit ihrer Tochter Andrea und einer vierköpfigen San-Familie auf der Farm Welderend. Als Martin verhaftet werden soll, begeht er in seinem hauseigenen Flugzeug einen Fluchtversuch, wobei Frieda von Dixon angeschossen wird.

Während die Männer zunächst in einem südwestafrikanischen, später südafrikanischen Camp ausharren müssen, sind ihre Frauen alleine mit ihren Kindern und Mitarbeitern auf den Farmen unter Farmarrest gestellt. Dixon verliebt sich während dieser Schutzhaftzeit in Frieda und stellt ihr wie besessen nach, während Frieda sich ihm gegenüber verständlicherweise distanziert verhält. Martin versucht derweil, aus dem Camp auszubrechen, indem er einen Deal mit der nationalistisch gesinnten Organisation Ossewa Brandwag eingeht: Man organisiert seine Flucht, und er soll dafür ein Mitglied der Organisation nach Mosambik fliegen. Martin gelingt diese Flucht über Umwege, doch auch Frieda flieht mit Hilfe der San vor den Nachstellungen Dixons durch die Wüste, wobei sie tragischerweise ums Leben kommt.