Thomas Stangl

Der einzige Ort

Thomas Stangl
Graz: Droschl, 2004
405 S.
ISBN 978-3-854-20649-1
Taschenbuchausgabe: btb Verlag, 2006

Zwei europäische Reisende begeben sich in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts unabhängig voneinander auf eine afrikanische Expedition. Es sind zwei unterschiedliche Charaktere, jedoch sind beide Kinder ihrer Zeit und Europas mit demselben Ziel: die sagenumwobene Stadt Timbuktu im geschichtsreichen Mali zu finden und den Ruhm der europäischen Erstentdeckung zu genießen. Major Alexander Gordon Laing bewegt sich mit seiner vielköpfigen Karawane von Tripolis aus durch die Sahara auf Timbuktu zu, während zwei Jahre später der Franzose René Caillié ganz allein von Senegal aus über den Niger die Stadt zu erreichen versucht.

Der Engländer Laing meint, das ganze Empire hinter sich zu haben, aber sehr bald schon sieht er sich mehr und mehr in Intrigen der jeweiligen Verwaltungsapparate verstrickt, während Caillié auf eigene Mission das Geheimnis um Timbuktu für Europa zu lüften hofft. Letzterer gibt sich deshalb als nach Frankreich entführter Araber aus, ständig in der Angst, dass seine Verkleidung auffliegt. Beide trotzen den entbehrungsreichen Strapazen und erreichen schließlich die Stadt und beide gehen an ihr zugrunde.

Stangls Roman geht der Frage nach, was die Menschen an Timbuktu so fasziniert: Wie konnten Menschen auf der Suche nach einer Stadt, deren Existenz für Europäer bis dato nur auf Sagen beruhte, unglaubliche Anstrengungen und Widerstände überstehen? Was ist an der bloßen Nennung des Namens Timbuktu so betörend?

    Thomas Stangl: Der einzige Ort

    Timbuktu, goldene Stadt im Herzen Malis. Etymologen sind der Meinung, der Ortsname bedeute "Brunnen der Buktu", denn die Sklavin Buktu soll zur Bewachung eines Brunnens an genau der Stelle des heutigen Timbuktus von Tuareg zurückgelassen worden sein.Mehr ...