Afrika - auf keinen Fall!

Inhalt

Wolfgang Lange:
Afrika - auf keinen Fall!
Schkeuditz: GNN Verlag, 1999
144 S.
ISBN 978-3-89819-006-0
(Taschenbuch-Originalausgabe)

Das Werk von Wolfgang Lange besteht aus Kurzgeschichten, die von Ereignissen in Angola und Mosambik berichten.

Im Mittelpunkt der Kurzgeschichte mit dem Titel "Krieger des Königs Gungunhane" steht die bedeutende Persönlichkeit des Godide, der zwischen Tradition und Moderne hin und her schwankt. Welche Ausrichtung soll Mosambik seiner Entwicklung geben? Dieser Frage wird in der Geschichte "Lokomotiven oder Pflüge oder was?" nachgegangen. In der Geschichte "Überfahrt nach Inhambane" liest man vom blutigen Krieg, den sich FRELIMO und RENAMO liefern, um an die Macht zu gelangen. "Die Hilfe des Milizionärs" bringt das korrupte Zollsystem Mosambiks ans Licht, während die Geschichte "Helden" aufzeigt, wie weit die Ausbeutung von Kindern gehen kann. Diese Situation der Unsicherheit, die in Mosambik herrscht, verschont auch das benachbarte Angola nicht, wo sich UNITA und MPLA in einem grausamen Bürgerkrieg gegenseitig zerfleischen. Mit dieser harten Wirklichkeit sind Rolf und Wilfried konfrontiert, Entwicklungshelfer aus Ostdeutschland, die für das Welternährungsprogramm arbeiten.

Alioune Sow

    Kommentar

    Wolfgang Lange: Afrika - auf keinen Fall!

    Hatte Réné Dumont also Recht, als er sagte, Afrika habe einen schlechten Start gehabt?

    Das Werk von Wolfgang Lange betrachtet diese Problematik aus deutscher Sicht. Der Autor sieht in der Präsenz von bewaffneten Kräften in Mosambik und Angola während der nachkolonialen Zeit die Ursache für den Rückstand dieser beiden Länder. So lenken die Entwicklungshelfer Rolf und Wilfried, die für das Welternährungsprogramm arbeiten, den Leser auf die verschlungenen Pfade einer Bürokratie, die von der ehemaligen Kolonialmacht herrührt. Der Leser wird eingeweiht in die Schrecken der Bruderkriege, die von jenen geführt werden, die an die Macht kommen wollen mit denen, die sie behalten wollen. Es handelt sich hier insbesondere um die blutigen Auseinandersetzungen zwischen UNITA und MPLA in Angola und die zwischen den Anhängern der FRELIMO und denen der RENAMO in Mosambik. Diese Ursachen, die im Innern entstehen, im Zusammenspiel mit der Ursache, die von außen herangetragen wird, nämlich die Allgegenwart der ehemaligen Kolonialmacht, erklären gemäß des Autors die Schwierigkeiten dieser beiden Länder, sich aus eigenen Kräften zu entwickeln.

    Das Bild Afrikas, das in Langes Buch zum Vorschein kommt, ist also kein anderes als das, welches ohne Unterlass von den westlichen Medien verbreitet wird: das Afrika der Kriege, der Armut, der Prostitution und der Korruption. Dieses höllische Afrika ist dennoch nicht nur das Ergebnis der Kolonisation, die Afrika mehr Böses als Gutes zugefügt hat. Wenn die Afrikaner Mühe haben, sich in dieser Situation zurechtzufinden, liegt es daran, dass sie es nicht schaffen, die Forderungen eines Systems zu verinnerlichen, das ihnen von außen aufgezwungen wurde.

    Dennoch enthält das Werk Langes nicht nur die pessimistische Vision eines Deutschen. Es geht dem Autor vielmehr darum, die Möglichkeiten zu eruieren, diesen Kontinent aus der Krise zu führen. In Langes Buch ist auch die Rede von einer Gruppe, die für die Straßenkinder von Luanda ins Leben gerufen wird. Dass diese Gruppe den Namen "Die heilige Familie" trägt, stellt nicht nur die von der Kolonisation übernommene Ordnung in Frage, sondern veranschaulicht auch die Hoffnung, die in die junge Generation gesetzt wird, um neuen Schwung in die Entwicklungsdynamik zu bringen.

    Alioune Sow