Inhalt

Diesseits von Afrika
Münster: Verlag Tebbert, 1997
436 S.
ISBN 3-932508-41-6
Eines Nachmittags verlässt Michael seine Ehefrau Irene und zieht zu seiner Geliebten Gloria. Gloria verlässt ihrerseits ihren Ehemann Ralf trotz der neun gemeinsam verbrachten Jahre. Sie wirft ihm vor, nie da gewesen zu sein, als sie ihn brauchte. Gloria ist auf der Suche nach gefühlsmäßiger Sicherheit. Das neue Paar Michael und Gloria lebt eine Liebesbeziehung aus, die einige Zeit zuvor in Afrika begonnen hatte. Die beiden sind sich während einer Safari in der algerischen Stadt Ghardaia begegnet. In dieser Stadt wurde das Fundament einer Liebe errichtet, die in Deutschland wachsen und sich auf der Grundlage des wechselseitigen Verstehens bewähren wird.
Kommentar
Hannelore Bühler: Diesseits von Afrika
Ghardaia ist ganz anders als die europäischen Städte, denn hier herrscht eine herzliche Atmosphäre, die den Kontakt und den Austausch zwischen Einzelnen fördert. Die Selbstverständlichkeit des Gesprächs miteinander, das es bei den Paaren Michael und Irene sowie Ralf und Gloria nicht mehr gab, lebt in Afrika wieder auf. Die neuen Liebenden schaffen es, diesen natürlichen Dialog in ihrem heimatlichen Deutschland weiterzuführen. Wenn Krisen sie hin und wieder bedrohen, ist es dieses Zwiegespräch, das ihre Beziehung vor dem Scheitern bewahrt. So erscheint das Bild Afrikas in diesem Roman auch als Sinnbild für eine Wiederbelebung der Beziehung zwischen Einzelnen, die ihre Orientierung in der westlichen, stark industrialisierten Gesellschaft verloren haben.
Doch im Grunde genommen sind die beiden Afrikareisenden Michael und Gloria nicht auf der Suche nach der fremden Kultur. Sie suchen vielmehr das Glück weitab von ihrem normalen Leben, weil sie es in einer individualisierten Welt nicht mehr finden können. Obwohl der Roman sehr stark auf das westliche Leben ausgerichtet ist, hat er dennoch das Verdienst, eine Seite Afrikas zu zeigen, die noch vor den perversen Auswirkungen des Modernismus geschützt ist.










