Ein unsichtbares Land

Inhalt

Stephan Wackwitz:
Ein unsichtbares Land. Familienroman
Frankfurt am Main: S. Fischer, 2003
285 S.
ISBN 3-10-091055-9
Taschenbuchausgabe: Fischer Taschenbuch Verlag, 2005

Ein unverhofftes Wiedersehen und eine deutsche Geschichte: Auf verschlungenen und geisterhaft-merkwürdigen Wegen findet zu Beginn der neunziger Jahre eine altmodische Kamera ihren Besitzer wieder. Sie gehört dem fast achtzigjährigen Vater des Erzählers, der den Apparat 1939 mit siebzehn Jahren auf hoher See zwischen Angola und Argentinien einem britischen Marineoffizier aushändigen musste, bevor er in Kriegsgefangenschaft ging. Aus der Gegend von Auschwitz, dem galizischen Grenzgebiet zwischen Polen, Österreich-Ungarn und Oberschlesien war die Familie des deutschnationalen protestantischen Pastors und Veteranen des Ersten Weltkriegs Andreas Wackwitz 1933 nach Afrika ausgewandert. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhindert die Rückkehr. Der älteste Sohn Gustav wird sieben Jahre lang in einem kanadischen Lager Bäume fällen. Seine längst vergessene Kamera wandert in ein Depot in London, später nach Berlin und reist ein halbes Jahrhundert lang durch die Zeit. Welche Bilder werden sich auf dem über sechzig Jahre alten Film finden? Stephan Wackwitz, der Enkel des Auswanderers, beginnt eine Geschichte seiner Familie zu erzählen, die unter den Händen zum Roman dreier Generationen wird.

Quelle: lt. Verlag

    Kommentar

    Stephan Wackwitz:
    Ein unsichtbares Land. Familienroman

    Marta Kijowska hat diesen Roman, der die Familiengeschichte des Autors in der parallelen Betrachtung seines Großvaters, seines Vaters und seiner selbst erzählt, mit Interesse gelesen. Dabei verstehe Stephan Wackwitz die Bezeichnung "Familienroman" nicht nur literarisch, sondern auch psychoanalytisch, indem er sich auf einen Aufsatz von Freud bezieht, informiert die Rezensentin. Weit entfernt von "nostalgischer Verträumtheit" suche der Autor nach "intellektueller Auseinandersetzung" mit der Vergangenheit seines deutschnational eingestellten Großvaters, seines als Missionar in Südafrika lebenden Vaters und seiner eigenen Jugend in den 68ern, beobachtet Kijowska. Mit Urteilen hält sich die Rezensentin völlig zurück, doch scheint durch ihre einfühlsame Besprechung des Romans, den sie auch als eine "Reise in die eigene Vergangenheit" des Autors gelesen hat, viel Sympathie hindurch.

      Links

      Die Zeit - Stephan Wackwitz   deutsch

      Artikel zu "Ein unsichtbares Land" vom 30.04.2003

      Fischerverlag.de   deutsch

      Kurze Inhaltsangabe und Pressestimmen

      Litrix.de   deutsch

      Ausführliche Buchbesprechung von Anne-Bitt Gerecke, Januar 2004

      Perlentaucher   deutsch

      Kommentierte Rezensionen aus diversen Zeitungen