In kaum einem anderen Bereich von Kultur und Ästhetik sind solche umwälzenden Veränderungen zu verzeichnen wie bei den Kinder- und Jugendmedien: Von der am 19. Jahrhundert orientierten Bildsprache bis hin zur Bilderüberflutung durch Medien, unter denen das Buch nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.
Dieses Dossier soll die wichtigsten Tendenzen bei der Entwicklung der Bildsprache für Kinder festhalten. Wir werfen dazu einen Blick zurück auf die Entwicklung der Bildersprache nach dem Ende der Nazidiktatur bis heute, gehen der Frage nach, was ein gutes Bilderbuch für Kinder ausmacht, und machen auf eine Ausstellung mit dem Titel Zeitgenössische Bilderbuchillustration in Deutschland aufmerksam, die durch viele Goethe-Institute weltweit tourt.
Bilder für Kinder von der Nachkriegszeit bis zum Jahrtausendende
Mit dem Ende der Nazidiktatur und ihrer geistigen Enge sollte eine neue Einstellung in Deutschland einziehen: die Sehnsucht nach Freiheit und Offenheit, egal, ob im Denken, in der Gesellschaft oder in der Kunst. Auch in der Gestaltung von Büchern, speziell der Kinderbücher, findet man nach 1945 andere Striche, Farben und Flächen. Wie sehr sich aber in den folgenden vierzig Jahren die Bilderlandschaft noch verändern würde, war 1945 noch nicht abzusehen gewesen.
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