Marion Ackermann

Kuratorisches Statement

Als Kunsthistorikerin ist es mir ein wesentliches Anliegen, in Ausstellungen die Brisanz von Historie spürbar werden zu lassen, zugleich aber die Fragestellungen aus der eigenen Zeit heraus zu entwickeln. So arbeite ich häufig mit unerwarteten Kontextualisierungen, die verunsichern, aus gewohnten Wahrnehmungsweisen herausreißen und – dies ist die Bedingung – die Wirkung der jeweiligen Kunstwerke steigern. Die Arbeit mit Brüchen, auch das Spiel mit den Schwächen einer Sammlung, beruht auf der Grundannahme, dass Scheitern und Zerstörung eng mit der Kreation verbunden sind. Werke oder Ausstellungen, die polarisieren, zweifeln lassen, verankern sich oft viel tiefer im Gedächtnis und entfalten ihre Wirkung erst nach und nach.

Ein wichtiges Thema für mich ist die Untersuchung der Bereiche an den Rändern des Systems Kunst (Angewandte Kunst, Design, Architektur, Mode). Die Kunstwerke aus ihrer Autonomie herauszulösen und sie durch Inszenierungen oder Gegenüberstellungen, z.B. aus dem Bereich des Angewandten, neu erfahrbar werden zu lassen, kann zu äußerst reizvollen und anregenden Präsentationen führen.

Die Sinnlichkeit der Präsentationen ist eine Grundbedingung. Auch bei komplexen Themenausstellungen sollte sich im Idealfall alles über die visuelle und sinnliche Kraft der Kunstwerke vermitteln, die Versprachlichung im Textkommentar oder Audioguide nur ein zusätzliches Angebot darstellen.

(Marion Ackermann, 2007)

Marion Ackermann 2007, Copyright: Kunstmuseum Stuttgart
Marion Ackermann
Direktorin | Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Schlagworte
Gegenwartskunst
Lichtkunst
Installation
Architektur/Raum
Design, Mode

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Marion Ackermann