Susanne Altmann

Kuratorisches Statement

Mir gefällt die große Spannweite, die der Umgang mit Gegenwartskunst mir als Kunsthistorikerin anbietet. Vermittlung und Praxis, politischer Impetus und visuelle Signifikanz von künstlerischen Setzungen rangieren für mich dabei auf Augenhöhe. Als Kuratorin im Wortsinn sehe ich mich jeweils im Bezug auf ein konkretes Ausstellungsprojekt, wobei die Arbeit in traditionellen Museumsstrukturen, im unabhängigen Kunstfeld oder in öffentlichen Räumen für mich in gleichem Maße interessant ist. Es mag nicht sonderlich populär sein, beim Entdecken, Einrichten und Vermitteln von Kunstpositionen von einem kuratorischen Handwerk zu sprechen. Doch neben diskursiven und kontextuellen Erwägungen steht für mich auch die räumliche und intellektuelle Zugänglichkeit einer Präsentation im Vordergrund. Mit einer gelungenen Ausstellungschoreografie versuche ich, Gegenwartskunst gleichsam zu demokratisieren und den „Zirkel der Eingeweihten“ zu durchbrechen.

Vielleicht habe ich mich auch darum in den letzten Jahren gerne mit partizipatorischer und sozial engagierter Kunst beschäftigt. Bei der Arbeit im ländlichen Raum oder an anderweitigen Peripherien des Kunstbetriebs wird mir die kulturelle Verantwortung kuratorischer und kunstpublizistischer Tätigkeit weit klarer als in etablierten Kontexten. Hier gehe ich auch gerne Risiken ein, wie etwa in meiner gegenwärtigen Tätigkeit mit kommunalen Initiativen in Ghana. Diese Globalität meines Aktionsradius’, ob bei publizistischen Projekten in Russland oder Ägypten oder bei der Beschäftigung mit feministischen Strömungen lässt mich stets die Position des permanenten Lernens einnehmen. Diese Haltung ist auch ein Aspekt, der mich an kritischer Gegenwartskunst fasziniert und der meine Zusammenarbeit mit und Auswahl von KünstlerInnen stark beeinflusst.

Susanne Altmann (2013) 

Susann Altmann 2015
Susanne Altmann 2015
Susanne Altmann
Kunsthistorikerin, freie Kuratorin und Publizistin | Dresden

Schlagworte
Vermittlung und Praxis von Gegenwartskunst
Gender Themen
Transformationsgebiete/ Osteuropa
Kunst im öffentlichen Raum

Kontakt:
Susanne Altmann