Inke Arns

Kuratorisches Statement

Kuratieren bedeutet für mich nicht nur, künstlerische Arbeiten zu einem bestimmten Thema zusammenzustellen, sondern auch, selber Themen zu setzen und einen produktiven Dialog zwischen einzelnen Ausstellungsbeiträgen herzustellen. Kuratieren meint nicht zuletzt auch Vermittlung künstlerischer Arbeit.

„Themen zu setzen“ heißt jedoch nicht, ohne Bezug zu dem zu arbeiten, was in der Welt vor sich geht. Künstlerische Arbeiten sollen nicht der Illustration der eigenen Thesen und Ideen dienen (das wäre sozusagen der Nullpunkt des Kuratierens). Vielmehr erfordert das Setzen eines Themas und das Kuratieren einer Ausstellung zu diesem Thema eine genaue vorherige Beobachtung dessen, was sich zu einer gegebenen Zeit in der künstlerischen Produktion ablesen lässt. Aus dieser Kenntnis heraus kann dann – sozusagen als ein Moment der Verdichtung – ein Thema gesetzt werden, zu dem einzelne Arbeiten zusammengestellt werden.

Damit ist es mit dem Kuratieren aber, wie bereits angedeutet, noch nicht getan. In Ausstellungen geht es darum, einen produktiven Dialog herzustellen zwischen den einzelnen Arbeiten, die im günstigsten Fall unterschiedliche Aspekte eines Themas beleuchten und dies mit ganz unterschiedlichen Medien tun. Das geschieht z.B. dadurch, dass man – wenn man das Glück hat, in flexibel nutzbaren Räumen arbeiten zu können, wie in der PHOENIX Halle Dortmund – Sichtachsen zwischen den einzelnen Arbeiten etabliert. Hat man es geschafft, dass sich die einzelnen Arbeiten gegenseitig kommentieren, kann durch diesen Dialog mehr und anderes entstehen, als diese Arbeiten jeweils für sich genommen erzählen können.

Ich bin seit 2005 künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVerein (HMKV, www.hmkv.de). Der 1996 in Dortmund gegründete HMKV hat sich durch seine starke inhaltliche Konzentration auf den Bereich Medienkunst zu einer in Deutschland einmaligen Institution entwickelt.

Medienkunst wird dabei jedoch nicht als technisch determiniertes Genre verstanden. Vielmehr zeichnet sich dieses heterogene Feld heute durch eine spezifische Form der Zeitgenossenschaft aus, die den Einsatz einer großen Bandbreite unterschiedlichster Medien zulässt. Die Zeitgenossenschaft der Medienkunst besteht in ihrer inhaltlichen und konzeptuellen Auseinandersetzung mit unserer in starkem Maße medial und technologisch geprägten Gegenwart bzw. der wachsenden medialen Verfasstheit der Welt, die zunehmend auf neuen Technologien basiert und sich durch diese radikal verändert. Die Ausstellungen des HMKV zeichnen sich durch ihr breites Verständnis des Medienkunstbegriffs aus und positionieren Medienkunst ganz bewusst im Kontext zeitgenössischer Kunst.

Inke Arns (2007)

Inke Arns
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Inke Arns
Künstlerische Leiterin | Hartware MedienKunstVerein Dortmund

Schlagworte
Gegenwartskunst
Medienkunst
Digitale Kultur
Film/Video
Osteuropa

Kontakt:
Inke Arns
www.inkearns.de