Brigitte Franzen

Kuratorisches Statement

Ausstellungen sind Ideenvermittler und -generatoren. Eine Ausstellung zu konzipieren heißt die Aktualisierung von Ideen zu leisten und zu transportieren. Ähnlich wie andere Formate – Texte beispielsweise – präsentieren Ausstellungen kulturelle Objektivationen, sie repräsentieren aber ebenso Sichtweisen einer bestimmten Zeit oder einer bestimmten Interpretation. Damit stellen sie eher Thesen auf, als dass sie solche beweisen sollten. Am spannendsten sind Ausstellungen dann, wenn man als Betrachter nicht einfache Bestätigungen erfährt. Mit zeitgenössischen Künstlern zu arbeiten impliziert unerwartete Setzungen, reflektiert Gegenwart, Ästhetik, Form und gesellschaftliche Relationen. Alle Bereiche eben, die von jeweiligem künstlerischem Interesse sind. Fragen der Erkenntniswege, Interessensgebiete, Kommunikationen und Formfindungsprozesse sind relevant. Aktuell zu sein bedeutet für Kuratoren den Anspruch, inhaltlich wie gestalterisch den Blick über den Tellerrand zu suchen.

Ausstellungen und die Bauten, in denen sie zu sehen sind, sind nicht zuletzt auch szenische Raumgestaltungen. Das ist ein Aspekt, der in jüngster Zeit wieder stark diskutiert wird und der beim Kuratieren von zentraler Wichtigkeit ist. „Inszenierung“ bedeutet dabei keinesfalls theatralische Innenarchitekturen, in denen die Exponate versinken, sondern vielmehr ein Gespür für Raum- und Lichtverhältnisse, für Strukturen, Raumwahrnehmungen und räumliche Anordnungen, das je nachdem minimalistisch oder auch anders – in jedem Fall aber zeitgemäß – sichtbar werden kann.

Brigitte Franzen (2007)

Johannes Kühner 2015
Johannes Kühner
Brigitte Franzen
Geschäftsführender Vorstand | Peter und Irene Ludwig Stiftung | Aachen

Schlagworte
Gegenwartskunst
Architektur/Raum
Kunst im öffentlichen Raum
Landschaftskunst

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Brigitte Franzen