Susanne Gaensheimer

Kuratorisches Statement

Die enge Verzahnung von Neuproduktionen einerseits und Sammlung bzw. Konservierung andererseits, die häufig als innerer Gegensatz und Grundproblematik eines Museums für Gegenwartskunst betrachtet wird, sehe ich als eine der wichtigsten Aufgaben und auch als konkrete Möglichkeit, den veränderten Produktions- und Rezeptionsbedingungen der aktuellen Kunst nachzukommen. Gegenwartskunst auszustellen heißt heute nicht mehr, vorhandene Werke lediglich zu präsentieren. In vielen Fällen entwickeln Künstler kontextbezogene, prozesshafte und diskursive Projekte für den gegebenen Ort, die sich auf die architektonischen, historischen und strukturellen Parameter der jeweiligen Institution beziehen. Sie müssen meist neu produziert und ihrem offenen Charakter gemäß vermittelt werden. Das Museum des 21. Jahrhunderts wird damit zum Produzenten und Mediator und muss strukturelle Mittel und Wege finden, dieser Aufgabe gerecht zu werden. Doch sollte das Museum nicht nur die Produktion und Vermittlung ermöglichen, sondern vor allem auch den Erhalt der Kunstwerke und ihre Dokumentation für zukünftige Generationen.

Susanne Gaensheimer (2007)

Susanne Gaensheimer 2006, Copyright: Städtische Galerie im Lenbachhaus München
Susanne Gaensheimer
Direktorin | Museum für Moderne Kunst  Frankfurt/Main

Schlagworte
Gegenwartskunst
Film/Video
Skulptur
Installation
Lichtkunst
Design, Mode

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