Sønke Gau

Biografische Informationen

Dr. Sønke Gau, 1972 in Hamburg geboren, lebt und arbeitet als Kunstwissenschaftler, Kurator und Kunstkritiker in Zürich und Berlin. Er ist Dozent für Master Art Education und Master Transdisziplinarität, Senior Researcher und Leiter des Projekts Konzeptuelle Praktiken oder (künstlerische) Wieder-Aneignungen des Politischen an der Züricher Hochschule der Künste.

Von 2010 bis 2014 leitete er am Institut für Theorie (ith) der Zürcher Hochschule der Künste das SNF-Forschungsprojekt „Institutions of Critique". Von 2004 bis August 2009 bildete Gau gemeinsam mit Katharina Schlieben das kuratorische Team der Shedhalle Zürich. Dort baute das kuratorische Konzept der beiden auf Projekte mit thematischen Fragestellungen, die über einen längeren Zeitraum von etwa einem Jahr entwickelt werden - "The mental comma instead of the full stop" als kuratorische Strategie. Die thematische Linie "Spektakel, Lustprinzip oder das Karnevaleske?" untersuchte 2004/2005 das Karnevaleske sowohl als einen aktivistischen Modus als auch als Spektakelstrategie. 2005/2006 verfolgte das Programm unter dem Titel "Kolonialismus ohne Kolonien? Beziehungen zwischen Tourismus, Neokolonialismus und Migration" die Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen und vergangenen kolonialen Praxen und Spuren. 2007/2008 setzte sich die dritte thematische Projektreihe "Work to do!" mit den Dynamiken, emanzipatorischen Momenten und Selbstermächtigungspotentialen sowie den Paradoxien und Problemen von Selbstorganisationskonzepten auseinander. Die vierte Projektreihe "Übersetzungsparadoxien und Missverständnisse" (2008/2009), beschäftigte sich mit Fragen nach den (Un-)Möglichkeiten von Übersetzung sowie (un)produktiven Missverständnissen in Bezug auf Vielsprachigkeit/Vielstimmigkeit, sowie auf intersubjektiver und kuratorischer Ebene.

Sønke Gau hat in Hildesheim Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis studiert. Von 2003 bis 2004 war er als Projektleiter der 3. berlin biennale für zeitgenössiche kunst (kuratiert von Ute Meta Bauer) tätig. Von 2000 bis 2003 arbeitete Gau als Ausstellungsorganisator und Kurator am Künstlerhaus Wien. Als Kurator der "Passagegalerie" realisierte er dort verschiedene Projekte und kuratierte gemeinsam mit Katharina Schlieben das Projekt "site-seeing. disneyfizierung der städte?" (2002/2003). 2000/2001 arbeitete er am Institut für Gegenwartskunst der Akademie der Bildenden Künste Wien.

Neben verschiedenen Dozenturen und Lehrtätigkeiten an diversen Hochschulen ist Gau seit 2002 Mitglied der österreichischen Sektion der AICA (internationaler Kunstkritikerverband) und veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Publikationen und Kunstzeitschriften wie der "Camera Austria" oder "springerin". Gemeinsam mit Katharina Schlieben ist er Herausgeber der Publikationen "site-seeing. disneyfizierung der städte?" (bbooks, Berlin 2003), "Spektakel, Lustprinzip oder das Karnevaleske?" (bbooks, Berlin 2008), "work to do! Selbstorganisation in prekären Arbeitsverhältnissen" (Verlag für moderne Kunst Nürnber, 2009) sowei 10 Ausgaben der "Shedhalle Zeitung" (Zürich 2004-2009).

Sønke Gau 2006, no copyright
Sønke Gau
Kunstwissenschaftler | Kurator | Kunstkritiker

Schlagworte
Gegenwartskunst
Interdisziplinäre Projekte
Kultur- und Wissensproduktion
Cultural Studies
Partizipation
Urbanismus

Kontakt:
Sønke Gau