Ulrike Groos

Kuratorisches Statement

Im Idealfall funktionieren Ausstellungen als gesellschaftliches Ereignis, an dem viele teilhaben möchten, ohne dass der wissenschaftliche Anspruch der Kunst verloren geht. Museen sind Orte der Forschung und Wissenschaft, in denen für mich das Präsentieren, Sammeln und Forschen die drei Kernaufgaben sind.

Museen stehen für Tradition und Überlieferung, arbeiten also im historischen Kontext einer über lange Zeiträume zusammengetragenen Sammlung. Zudem finde ich es reizvoll, die eigene Sammlung immer wieder neu zu strukturieren und zu präsentieren. Ganze Sammlungsbereiche oder einzelne Kunstwerke, die jahrelang in Depots schlummerten, werden in anderen Konstellationen und mit ungewohnten Querverbindungen zu weiteren Sammlungsschwerpunkten neu ins Bewusstsein gerückt. So wird mit der Sammlung im positiven Sinne gespielt, es werden mehr Experimente, neue Deutungen gewagt, Umschichtungen gesucht.

Die Frage nach der Lebenswirklichkeit hinter der Kunst vermittelt ein Gespür für die eigene Geschichte oder die unserer Welt, was genauso inspirierend ist wie die Auseinandersetzung mit der aktuellen Wirklichkeit. Das Kunstmuseum möchte mit seinen Ausstellungen und Programmen den Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft schlagen.

(Ulrike Groos, 2011)

Ulrike Groos 2011, Copyright: Gaby Gerster
Ulrike Groos
Direktorin | Kunstmuseum Stuttgart

Schlagworte
Gegenwartskunst
Interdisziplinäre Projekte
Klassische Moderne
Kunsttheorie
Kunst im öffentlichen Raum
Kunstvermittlung

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Ulrike Groos
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