Wulf Herzogenrath

Biografische Informationen

Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, geboren 1944 in Rathenow/Mark Brandenburg, lebt seit 2012 als freier Kurator in Berlin.

Herzogenrath, der nach seiner Promotion über Oskar Schlemmers Wandbilder 1970 und einer ersten Anstellung am Folkwang Museum 1973 mit 28 Jahren der bis dato jüngste Direktor eines Kunstvereins wurde, arbeitete von 1973 bis 1989 beim Kölnischen Kunstverein. 1976 konzipierte Herzogenrath die erste europäische Einzelausstellung des Videokunst-Pioniers Nam June Paik; 1977 betreute er in Manfred Schneckenburgers Team für die documenta 6 in Kassel die Videokunst, die neben der Außenskulptur zu einem Kennzeichen dieser „Mediendocumenta“ wurde. Zehn Jahre später wirkte er ein weiteres Mal im Leitungsgremium der documenta 8 mit. 1980 gründete Herzogenrath mit einigen Kollegen die „Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine“ und war 10 Jahre ihr erster Vorsitzender. Von 1989 bis 1994 arbeitete Herzogenrath als Hauptkustos der Berliner Nationalgalerie unter anderem am Konzept des Hamburger Bahnhofs in Berlin. Seinem Vorschlag folgend konnten zahlreiche Arbeiten und Frühwerke von Marie-Jo Lafontaine, Bill Viola, Gary Hill, Wolf Vostell, Nam June Paik und den deutschen Pionieren der Medienkunst angekauft werden. Von 1994-2012 war Herzogenrath Direktor der Kunsthalle Bremen und hat dort viele erfolgreiche Sonderausstellungen zur Medienkunst und zum Bremer Sammlungsschwerpunkt Kunst um 1900 organisiert.

Herzogenrath wurde 2006 als neues Mitglied in die Sektion Bildende Kunst der Berliner Akademie der Künste gewählt. Im gleichen Jahr ermöglichte die Bundeskulturstiftung mit ihrer Unterstützung für das Projekt „40jahrevideokunst.de“ einen alten Traum von Wulf Herzogenrath: ein exemplarisch ausgewähltes Panorama aus 59 historischen und aktuellen Videobändern von 1963 bis heute, zeitgleich in fünf Museen gezeigt und mittlerweile im Archiv diverser Sammlungen und Institutionen temporär zugänglich, belegt die ganze mögliche Bandbreite der Videokunst und ihre anhaltende Aktualität als Teil unserer heutigen Bildwelten.

Wulf Herzogenrath 2006, Copyright: Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen
Wulf Herzogenrath
Freier Kurator | Berlin

Schlagworte
Medienkunst
Film/Video
Fluxus
Kunst um 1900
Klassische Moderne

Kontakt:
Wulf Herzogenrath