Brigitte Kölle

Kuratorisches Statement

Eine Ausstellung verstehe ich als eine räumliche und geistige Plattform für künstlerische Projekte, die - im besten Fall - unseren eingefahrenen Blick auf die Welt und das Leben in Frage zu stellen vermag.

Ausstellungen machen künstlerische Haltungen und Positionen räumlich und emotional erfahrbar. Sie sind gleichsam Manifestationen im Raum – ein Medium sui generis, dessen Wirkungsmacht ein äußerst komplexes und nicht berechenbares Gebilde darstellt. Das Zusammenstellen, Ordnen und Präsentieren von Exponaten für einen begrenzten Zeitraum und in einem mehr oder weniger öffentlich zugänglichen Raum, das gemeinhin den Prozess des Ausstellens konstituiert(e), ist nach den historischen Avantgarden zu Beginn des letzten Jahrhunderts und insbesondere den Veränderungen der Kunst in den 1960er Jahren zunehmend ins Blickfeld geraten. Der künstlerische Einbezug von Raum und Kontext, die Ortsbezogenheit des Kunstwerks, die Betonung des Konzeptuellen und Prozesshaften in der Kunst, die Integration des Betrachters als konstitutives Element – all dies sind Faktoren, die die konventionellen Ausstellungsformen herausforderten und zugleich die Ausstellung zu DEM Medium der Avantgardekunst machten, das es heute unbestritten ist.

(Brigitte Kölle, 2009)

Brigitte Kölle 2009
Brigitte Kölle
Leiterin der Galerie der Gegenwart | Hamburger Kunsthalle 

Schlagworte
Gegenwartskunst
Malerei
Skulptur
Installation
Film/Video
Fotografie

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Brigitte Kölle
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