Karola Kraus

Kuratorisches Statement

Die Ausstellung sowohl in ihrer sinnlichen Präsenz als auch in ihrer diskursiven und intellektuellen Qualität steht im Zentrum meines Interesses. Als langjährige Beobachterin der internationalen Kunstwelt war und ist es mir wichtig, Tendenzen in ihrer Tragweite so früh als möglich zu erkennen. Mein Ziel ist es, KünstlerInnen zu protegieren, deren Arbeiten die Ansätze und das Denken über die Kunst maßgeblich veränderten und die später als Zeitphänomen von anderen KünstlerInnen rezipiert werden. Die Infragestellung von bestehenden ästhetischen Wertschätzungen zugunsten einer neuen Sicht- und Herangehensweise ist für mich von entscheidender Bedeutung. Damit sind konkret Positionen gemeint, die in der Tradition einer aufklärerischen Moderne stehend, analytische Bezüge sowohl zum Kunstbetriebssystem wie auch zur Gesellschaft herstellen.

Im 21. Jahrhundert kann die Frage nach dem Medium nicht mehr die entscheidende sein. Es ist daher mein Anliegen, nicht nur verschiedene Gattungen zur Diskussion zu stellen, sondern auch deren Wechselbezüge für ihr jeweiliges Selbstverständnis zu verdeutlichen. Dafür sind die avantgardistischen Kunstrichtungen der 1960er und 1970er Jahre sowie deren Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart mit ihren begleitenden Programmatiken und Theorien beispielhaft.

(Karola Kraus, 2007 – 2012)

Karola Kraus 2010, Copyright: MUMOK, Fotografin: Andrea Kremper
Karola Kraus
Direktorin | MUMOK, Wien 

Schlagworte
Gegenwartskunst
Malerei
Konzeptkunst
Kontextkunst
Installation

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Karola Kraus
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