Gabriele Mackert

Kuratorisches Statement

Ich verstehe Kunst als Verhandlungsort zeitgenössischer ästhetischer und gesellschaftlicher Positionen und Weltentwürfe – ob theorielastig oder emotional, bunt oder einfarbig: Die Eigenheit und Konsequenz der Formensprache zählt. Gleichzeitig faszinieren mich Werke, von denen ich denke, dass sie sich mit der Tradition der Kunst auseinandersetzen und sie reflektieren. In dieser Perspektive des Reflexiven ist das Aktuelle nicht immer das Zeitgemäße. Mir ist der Umgang mit dem Eigenen und Fremden sehr wichtig. Künstlerische Positionen, die dies thematisieren, spiegeln unsere eigene Ambivalenz: als ein Prozess des wechselseitigen Dialogs und der steten Veränderung zwischen Scheitern und Landgewinn. Irritation gehört essentiell dazu. Kunst kann uns im besten Falle dazu bringen, beim Denken Kapriolen zu schlagen und uns dabei selbst genussvoll zu beobachten. Das Spannende an der Begegnung mit Kunst ist, dass sich die ästhetische Erfahrung nicht „erklären“ lässt, dass sie durch diese Disziplinierung fast notwendig verfehlt wird. Andererseits erschließt sich Kunst erst im gesellschaftlichen Dialog, erst hier formulieren sich ihre Potenziale.

(Gabriele Mackert, 2008)

Gabriele Mackert 2006, Copyright: GAK Bremen
Gabriele Mackert
Freie Kuratorin

Schlagworte
Gegenwartskunst
Konzeptkunst
Kunst im öffentlichen Raum
Installation
Interdisziplinäre Projekte
Kunstvermittlung
Kuratorische Theorien

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Gabriele Mackert